13. April, 2024

Wirtschaft

BDI-Chef Russwurm kritisiert Kanzler Scholz für den Umgang mit der Wirtschaftskrise

BDI-Chef Russwurm kritisiert Kanzler Scholz für den Umgang mit der Wirtschaftskrise

In einem jüngsten Interview mit der 'Süddeutschen Zeitung' äußerte sich der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, kritisch über das Krisenmanagement der Bundesregierung unter der Führung von Bundeskanzler Olaf Scholz. Der BDI-Chef bezeichnete die bisherige Amtszeit der Ampel-Koalition als 'zwei verlorene Jahre', selbst wenn einige grundlegende Fehlentscheidungen bereits in der vorangegangenen Legislaturperiode getroffen worden seien. Trotz der Kritik betonte Russwurm, dass die Regierung weiterhin ein wichtiger Gesprächspartner für die Industrie sei.

Vor allem mit der Art und Weise, wie Scholz sich gegenüber der Industrie verhält, zeigte sich Russwurm unzufrieden. Er merkte an, dass, während Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner einen fortlaufenden Dialog mit Unternehmensverbänden pflegen, von Scholz häufig nur das Zitat zu hören sei: 'Die Klage ist das Lied des Kaufmanns.' Dies lasse vermuten, dass die Ernsthaftigkeit der wirtschaftlichen Situation im Kanzleramt unterschätzt werde.

Russwurm machte auf die Folgen der wirtschaftspolitischen Versäumnisse aufmerksam. Deutschland stehe vor einem verlangsamten Wachstum und verliere im Vergleich zu anderen Ländern und europäischen Nachbarn kontinuierlich Marktanteile. Der Präsident des BDI unterstrich die Notwendigkeit einer Debatte über die Zukunftsfähigkeit bestimmter Industriezweige in Deutschland und wies darauf hin, dass die strategische Souveränität des Landes ihren Preis habe. Einige Industriezweige, wie zum Beispiel die Ammoniak-Herstellung, könnten auf mittlere Sicht aus Deutschland abwandern, prognostizierte Russwurm in dem Gespräch.