19. Mai, 2024

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BBVA lanciert feindliches Übernahmeangebot für Banco Sabadell

BBVA lanciert feindliches Übernahmeangebot für Banco Sabadell

In einem unerwarteten Schachzug hat die spanische Großbank BBVA die Initiative ergriffen und nach erfolgloser freundlicher Annäherung nun eine aggressive Strategie eingeschlagen, um doch noch die Übernahme der heimischen Konkurrentin Banco Sabadell zu erreichen. Trotz der initialen Ablehnung einer Kaufofferte durch Sabadell legt BBVA nach und präsentiert ein Angebot, das auf einen Austausch von Aktien fußt: Für jede Banco Sabadell-Aktie sollen die Aktionäre eine neu ausgegebene BBVA-Aktie erhalten, basierend auf einem Verhältnis von 4,83 zu 1. Dies würde einem Wert von 2,12 Euro pro Sabadell-Anteil gleichkommen, eine Bewertung, die in derselben Größenordnung wie das zuerst abgelehnte Kaufangebot liegt – ein Angebot, welches die Banco Sabadell auf etwa 12 Milliarden Euro taxiert hatte.

Investoren zeigten sich zuvor reserviert, als die Sabadell-Titel vor Bekanntgabe des Angebots bei annähernd 1,8 Euro notierten. In der letzten Woche versuchte BBVA, Spaniens Nummer Zwei im Bankensektor, erneut an die positiven Verhandlungen von 2020 anzuknüpfen, um Sabadell zu übernehmen. Eine erfolgreiche Akquisition hätte den Sabadell-Aktionären einen Anteil von 16 Prozent an dem erweiterten BBVA-Unternehmen zugesichert.

Jedoch erteilte Sabadell diesem Vorhaben am vergangenen Montag eine Absage und der Verwaltungsrat ließ verlauten, dass das Angebot nicht den besten Interessen der Bank und ihrer Anteilseigner entspräche. Gelänge BBVA dennoch die feindliche Übernahme, würde daraus ein Finanzkoloss mit Vermögenswerten von über einer Billion Euro und ein Marktwert entstehen, der der Bewertung von Santander, die derzeit bei rund 75 Milliarden Euro liegt, nahekommen würde.