21. Juni, 2024

Wirtschaft

Baywa in der Transformation: Schuldenabbau und Restrukturierung im Fokus

Baywa in der Transformation: Schuldenabbau und Restrukturierung im Fokus

Die stark verschuldete Baywa AG plant, durch Einsparungsmaßnahmen und den Verkauf unprofitabler Geschäftseinheiten ihre Krise zu bewältigen. Vorstandschef Marcus Pöllinger kündigte auf der Hauptversammlung einen "Transformationsprozess" an, der nach dem Verlustjahr 2023 zu einer deutlichen Verbesserung führen soll. Nach einem Nettoverlust im ersten Quartal von 108 Millionen Euro und einem Umsatzrückgang von 17 Prozent versicherte Pöllinger, dass künftig jede Geschäftseinheit profitabel sein müsse.

Die Aktionäre, darunter Aktionärsvereinigungen und einzelne Anteilseigner, äußerten heftige Kritik an der Lage des Unternehmens. Der Münchner Konzern, der seinen Ursprung in der Genossenschaftsbewegung hat, musste Verluste hinnehmen und wird für das Jahr 2023 keine Dividende ausschütten. Der Vorstand plant, den bislang nicht erfolgreichen Verkaufsversuch des Solarhandels fortzusetzen und weitere Stellen sozialverträglich abzubauen.

Pöllinger machte deutlich, dass im ersten Halbjahr noch keine Besserung in Sicht sei. Die Verschuldung des Konzerns hat sich in den letzten Jahren auf 5,6 Milliarden Euro summiert. Personalquerelen führten zudem zum Rücktritt des Aufsichtsratschefs Klaus Josef Lutz.

Bereits abgeschlossen ist der Verkauf des Geschäftsbereichs Digitaltechnik für Landwirte. Ergänzend dazu erwägt die Führung Kurzarbeit im Baugeschäft. Trotz der Kritik legt die Aktionärsversammlung den Fokus auf den früheren Chef Lutz, dessen Führungsstil und Entscheidungen stark in Frage gestellt werden.

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre prangerte eine schwere Krise und das entstandene "Führungsdesaster" an. Auch die DSW-Aktionärsvereinigung beklagte die katastrophale Kursentwicklung der Baywa-Aktien.