23. Juni, 2024

Wirtschaft

Bauindustrie: Neue Zahlen zeigen herausfordernde Aussichten für das Jahr 2023

Bauindustrie: Neue Zahlen zeigen herausfordernde Aussichten für das Jahr 2023

Die Bauindustrie sieht sich mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftserwartungen konfrontiert. Anstelle eines erwarteten Umsatzrückgangs von 3,5 Prozent für das laufende Jahr, geht der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie nun von einem Minus von vier Prozent aus. Hintergrund dieser Entwicklung ist die voraussichtliche Reduzierung öffentlicher Bauinvestitionen durch Bund, Länder und Kommunen, bedingt durch geringere Steuereinnahmen.

Trotz dieser Prognosen betont der Verband die Bedeutung von Investitionen gerade in der aktuellen Zeit. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) prognostiziert in einem Gutachten, dass die Ausgaben für den Wohnungsbau jährlich um rund 20 Milliarden Euro steigen müssten, wenn inflationsbereinigt auf das Niveau von 2022 geschaut wird. Nur so könnten jährlich etwa 350.000 neue Wohnungen gebaut werden, eine notwendige Zielvorgabe, um den Bedarf bis 2030 zu decken.

Allerdings ist die Branche von solchen Dimensionen weit entfernt. Die Anzahl der Baugenehmigungen verzeichnet weiterhin einen Abwärtstrend, wie Bauindustrie-Präsident Peter Hübner hervorhebt.

Ähnlich dringlich sieht es auch bei den Investitionen in Bundesstraßen und Autobahnen aus. "Ohne eine Verbesserung der Infrastruktur kann die Wettbewerbssituation Deutschlands nicht gestärkt werden, und ohne mehr Investitionen in den Gebäudebestand lassen sich die Klimaschutzziele nicht erreichen," so IW-Studienautor Michael Voigtländer.

Ein weiterer großer Hemmschuh für die Branche ist nach Hübner die ausufernde Bürokratie. "Keine Branche ist so durchreguliert wie der Bau: vielfältige und ständig neue staatliche Vorgaben, veraltete Regelwerke und kaum digitalisierte öffentliche Verwaltungen prägen das Bild," kritisiert Hübner und ruft die Politik dazu auf, hier tätig zu werden.