24. Juli, 2024

Politik

Bauernverband: Hoffen auf Sonne für die Ernte und politische Unterstützung

Bauernverband: Hoffen auf Sonne für die Ernte und politische Unterstützung

Die Landwirtschaft strebt kurz vor der diesjährigen Ernteperiode nach Sonnenschein. Bauernpräsident Joachim Rukwied erklärte im Vorfeld des Deutschen Bauerntags in Cottbus, dass die Niederschläge bisher ausreichend waren, in einigen Regionen sogar übermäßig. Für eine erfolgreiche Entwicklung der Korn- und Rapspflanzen seien jedoch beständige Wetterverhältnisse und sonnige Tage entscheidend, um die Qualität zu sichern.

Die späten Kulturen wie Kartoffeln, Rüben und Mais sind auf das Wetter im Juli und August angewiesen, so Rukwied. Eine Ernteprognose für 2024 wird der Verband beim Ernteauftakt am 1. Juli bekannt geben. Auch betonte Rukwied die schweren Schäden durch Hochwasser in Bayern, Baden-Württemberg und dem Saarland, die zu Totalausfällen und erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führten.

Zum Ende der Spargelsaison zeigten sich die Bauern in Deutschland halbwegs zufrieden. Wetterkapriolen mit Kälte und Nässe beeinträchtigten zwar die Produktion, führten aber zu stabilen Preisen. Zu warme Phasen führen zwar zu schnellem Wachstum, erzielen aber oft eine unerwünschte Überproduktion und sinkende Preise. Obwohl die Saison durch frühe Wärme schneller begann, bremste nachfolgende Kälte das Wachstum und Regen behinderte die Ernte.

Traditionell endet die Spargelsaison am 24. Juni, dem Johannistag. Danach wird der Spargel nicht mehr geerntet, um den Pflanzen Zeit zur Regeneration und zur Energiereservenbildung zu geben. Einzelne Felder, die für das nächste Jahr neu bepflanzt werden, können nach diesem Datum noch Spargel liefern.

Hinsichtlich der Marktlage äußerte sich Rukwied: „Derzeit wirken die Lebensmittelpreise eher inflationsdämpfend, doch dies könnte sich jederzeit ändern. Der Krieg in der Ukraine und fragile Lieferketten erhöhen die Unsicherheit.“ Er setzt zudem auf verstärkte Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft. Ein Anstieg des Mindestlohns auf 15 Euro bezeichnete der Bauernpräsident als „Schlag ins Gesicht“ und warnte vor Problemen in arbeitsintensiven Kulturen wie Spargel und Erdbeeren, die dann ins Ausland verlagert werden könnten. Der aktuelle Mindestlohn soll 2024 von 12,41 Euro auf 12,82 Euro pro Stunde steigen.

Politische Rahmenbedingungen sind ein zentrales Thema beim Deutschen Bauerntag in Cottbus, der an diesem Mittwoch und Donnerstag stattfindet. Hierbei werden auch die Entlastungen der Ampel-Koalition thematisiert, die nach landesweiten Bauernprotesten gegen das Ende der Agrardiesel-Subventionen zugesichert wurden. Rukwied kandidiert in Cottbus zur Wiederwahl als Präsident für weitere vier Jahre. Seit 2012 steht er an der Spitze des Bauernverbands.