26. Januar, 2026

Quartalszahlen

BASF verfehlt Gewinnziele: Warum der Cashflow-Sprung Investoren jetzt aufatmen lässt

Der Chemiekonzern unterschreitet die eigene Ergebnisprognose deutlich, doch eine zentrale Liquiditätskennziffer übertrifft alle Erwartungen.

BASF verfehlt Gewinnziele: Warum der Cashflow-Sprung Investoren jetzt aufatmen lässt
Trotz Umsatzeinbruch auf 59,7 Mrd. Euro verdoppelt BASF die Cashflow-Erwartungen. Der Gewinn fällt auf 6,6 Mrd. Euro.

Das operative Ergebnis unterschreitet die eigene Prognosespanne deutlich

Das Geschäftsjahr 2025 endet für den Chemieriesen aus Ludwigshafen mit einer signifikanten Enttäuschung beim operativen Ergebnis. Das bereinigte EBITDA fiel auf 6,6 Milliarden Euro und verfehlte damit die Markterwartungen spürbar.

Damit liegt der Dax-Konzern nicht nur unter dem Vorjahreswert von 7,2 Milliarden Euro, sondern unterbietet auch den Analystenkonsens, der im Schnitt mit 6,7 Milliarden Euro gerechnet hatte.

Besonders schwer wiegt, dass BASF selbst zuletzt noch eine Spanne von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro in Aussicht gestellt hatte. Das tatsächliche Ergebnis markiert somit ein Unterschreiten der eigenen Untergrenze, was den anhaltenden Druck auf die Margen im Chemiesektor unterstreicht.

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Umsatzrückgang prägt das Krisenjahr 2025 für den Chemiekonzern

Auch auf der Einnahmenseite verzeichnete BASF einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Der Konzernumsatz sank von 61,4 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf nun 59,7 Milliarden Euro.

Diese Entwicklung spiegelt das herausfordernde makroökonomische Umfeld wider, das der zyklischen Chemiebranche durch schwache Nachfrage und volatile Rohstoffpreise weiterhin zusetzt.

Die Divergenz zwischen dem moderaten Umsatzrückgang und dem überproportionalen Ergebnisdruck verdeutlicht die operative Hebelwirkung, mit der die Industrie in Abschwungphasen kämpft.

Der Free Cashflow überrascht den Markt mit unerwarteter Stärke

Inmitten der trüben Gewinnzahlen liefert BASF jedoch ein starkes fundamentales Signal an den Kapitalmarkt: Der Free Cashflow fiel überraschend positiv aus und bietet eine solide Basis für die Bilanzstabilität.

Mit 1,3 Milliarden Euro lag diese zentrale Liquiditätskennziffer mehr als doppelt so hoch wie von Marktexperten prognostiziert. Dies deutet auf ein striktes Management des Umlaufvermögens hin.

Diese positive Anomalie – Ertragsschwäche bei gleichzeitig starker Cash-Generierung – dürfte Investoren kurzfristig beruhigen, da sie die Dividendenfähigkeit des Konzerns zumindest temporär stützt.

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Endgültige Bilanzvorlage Ende Februar bringt Klarheit über den Ausblick

Die am Donnerstagabend veröffentlichten Zahlen sind vorläufig. Detaillierte Einblicke in die Bilanzstruktur und die Segmentberichterstattung gewährt der Konzern am 27. Februar.

An diesem Termin wird das Management auch den offiziellen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr präsentieren, der für die Neubewertung der Aktie entscheidend sein wird.

Für institutionelle Anleger liegt der Fokus dann primär auf der Frage, ob die Cashflow-Stärke struktureller Natur ist oder lediglich durch Einmaleffekte im Working Capital getrieben wurde.