22. Februar, 2024

Wirtschaft

BASF beschleunigt Joint-Venture-Verkauf in China nach Menschenrechtsbedenken

BASF beschleunigt Joint-Venture-Verkauf in China nach Menschenrechtsbedenken

Inmitten von Kontroversen um Menschenrechtsbelange in Xinjiang reagiert der Chemieriese BASF auf die aktuellen Berichterstattungen und plant, seinen Anteil an zwei Gemeinschaftsunternehmen in der chinesischen Stadt Korla zu veräußern. In Ludwigshafen verkündete das Unternehmen, dass die Bedenken bezüglich der Menschenrechtssituation stets ein integraler Bestandteil der Bewertung seiner Joint Ventures in Korla seien. Dabei hat die Region Xinjiang aufgrund ihrer ethnischen Spannungen international zunehmend Aufmerksamkeit erhalten.

Obwohl interne und externe Prüfungen keine direkten Verletzungen der Menschenrechte in den Joint Ventures feststellen konnten, haben kürzlich erschienene Anschuldigungen gegenüber dem Joint-Venture-Partner zu erheblichen Bedenken geführt. Die Anschuldigungen implizieren Anteilnahmen an Praktiken, die nicht den Grundsätzen von BASF entsprechen.

Demnach hat BASF beschlossen, den bereits seit dem letzten Quartal des Jahres 2023 laufenden Veräußerungsprozess der Beteiligungen an Markor Chemical Manufacturing und Markor Meiou Chemical voranzutreiben. Dies soll unter Berücksichtigung anstehender Verhandlungen und der Genehmigung durch die zuständigen Regulierungsbehörden erfolgen.

Die Entscheidung folgt auf Berichte, wonach Mitarbeiter einer mit BASF verbundenen Firma Verstrickungen in staatliche Überwachungs- und Unterdrückungsmaßnahmen gegen die muslimischen Uiguren aufgewiesen haben sollen. Vorwürfe dieser Art wurden durch Untersuchungen von ZDF und "Der Spiegel" bekannt.

Das deutsche Chemieunternehmen ist seit 2016 in der Produktion von Chemikalien durch zwei Partnerschaftsfirmen in Xinjiang vertreten. Derzeit arbeiten in den Joint Ventures circa 120 Angestellte, wobei etwa 40 Personen bei der BASF Markor Chemical Manufacturing (Xinjiang) Company Limited beschäftigt sind, an welcher BASF die Mehrheit hält.