29. Februar, 2024

Wirtschaft

Barclays setzt auf Verbraucherkredite und will Tesco-Portfolio übernehmen

Barclays setzt auf Verbraucherkredite und will Tesco-Portfolio übernehmen

In einem bemerkenswerten Schritt auf dem britischen Finanzmarkt kündigte die Großbank Barclays an, das Verbraucherkreditgeschäft der Supermarktkette Tesco zu übernehmen. Diese Akquisition umfasst zahlreiche Dienstleistungen für Privatkunden, darunter Kreditkarten, konventionelle Ratenkredite und diverse Guthabenkonten. Beide Unternehmen haben die Pläne, unter der etablierten Marke Tesco weiterhin Finanzprodukte anzubieten, bereits formalisiert. Die Laufzeit der Vereinbarung wird dabei auf mindestens ein weiteres Jahrzehnt festgelegt.

Barclays sieht in der geplanten Übernahme eine strategische Vertiefung seiner Aktivitäten im Privatkundensegment auf dem heimischen Markt. Zugleich plant die Bank einen strategischen Rückzug aus dem deutschen Kreditkartenmarkt und sucht nach Käufern für das etablierte Geschäft, das insbesondere in Hamburg mit Produkten wie Visa- und Mastercard-Kreditkarten vertreten ist.

Für die Transaktion mit Tesco legt Barclays nach eigenen Angaben fast 600 Millionen Pfund bereit, was einem ungefähren Wert von 703 Millionen Euro entspricht. Ein weiterer Aspekt der Übernahme ist der Wechsel von etwa 2800 Mitarbeitern, die nach der Umsetzung der Transaktion zu Barclays gehören sollen. Mit finaler Genehmigung der zuständigen Behörden wird die Übernahme in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Tesco hingegen rechnet mit zusätzlichen finanziellen Zugewinnen durch die Ablösung von Krediten, die sich auf 100 Millionen Pfund belaufen könnten. Insgesamt könnten die Gesamteinnahmen des Unternehmens aus der Transaktion die Marke von 1 Milliarde Pfund erreichen. Tesco plant, den Großteil dieser Summe für den Rückkauf eigener Aktien zu verwenden.