17. Juli, 2024

Technologie

Ariane 6: Europas große Hoffnung in der Raumfahrt erfolgreich gestartet

Ariane 6: Europas große Hoffnung in der Raumfahrt erfolgreich gestartet

Der Jungfernflug der Ariane 6, Europas neue Trägerrakete, wurde von Raumfahrtexperten als Erfolg bewertet, obwohl die letzte Zündung des Oberstufen-Triebwerks nicht wie geplant funktionierte. Diese neue Rakete versetzt Europa wieder in die Lage, selbstständig Satelliten und Sonden ins All zu befördern. Die Rakete startete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana und setzte dort unter den Augen zahlreicher Experten und Enthusiasten erfolgreich mehrere Satelliten aus.

Ein ursprünglich geplanter Test der erneuten Zündung eines Triebwerks im oberen Teil der Rakete missglückte, wodurch dieser Teil nun im All verbleibt. Auch zwei Raumkapseln, die eigentlich in die Atmosphäre eintreten sollten, konnten nicht abgetrennt werden und bleiben ebenfalls im All. Trotz dieser Vorfälle lobt der Raumfahrt-Experte Martin Tajmar von der TU Dresden den Jungfernflug als „großen Erfolg“, da die Mehrheit der Nutzlasten erfolgreich platziert wurden.

Tajmar erklärt, dass gewisse Tests nur im Weltraum durchgeführt werden können, da die Bedingungen auf der Erde nicht vollständig simuliert werden können. Auch Chiara Manfletti von der TU München sieht den Flug als sehr erfolgreich an und betont, dass solche Probleme bei Erstflügen nicht ungewöhnlich sind. ESA-Chef Josef Aschbacher zeigte sich erleichtert und hob die Bedeutung des Ereignisses für Europa hervor.

Die Entwicklung der Ariane 6 wurde mit Spannung erwartet, da die europäische Raumfahrt nach dem letzten Flug der Ariane 5 ein Jahr lang ohne eigene Transportkapazität dastand. Aschbacher betonte, dass der erfolgreiche Erstflug nur der Anfang sei und noch viele Herausforderungen bevorstünden. Bereits Ende dieses Jahres ist ein weiterer Flug der Ariane 6 geplant.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der ESA-Kontrolldirektor Rolf Densing bestätigten die Produktionskapazitäten der neuen Rakete. Arianespace plant bis zu sechs Flüge der Ariane 6 im kommenden Jahr.

Technische Untersuchungen sollen nun klären, warum der Hilfsantrieb der Oberstufe nicht wie geplant funktionierte. Die Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Anna Christmann, sieht den Vorfall jedoch optimistisch und betont den Lerneffekt solcher Ereignisse.

Die Ariane 6 ist die flexible Nachfolgerin der Ariane 5 und wurde nach zehn Jahren Entwicklungszeit zum ersten Mal gestartet. Sie kann bis zu 21,6 Tonnen transportieren und bietet die Möglichkeit, Satelliten in verschiedene Orbits zu befördern. Obwohl Experten wie Tajmar die Rakete als nicht besonders modern einstufen, lobt die ESA ihre Flexibilität und Kosteneffizienz.

Deutschland spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Ariane 6. Zahlreiche Komponenten und Technologien stammen aus deutschen Städten wie Bremen, Augsburg und Ottobrunn. Mit Deutschland als zweitgrößtem Geldgeber unter den ESA-Nationen wurden etwa 20% der Entwicklungs- und Baukosten getragen.