29. Februar, 2024

Wirtschaft

ARD stärkt Synergien: Neue Kompetenzcenter in Planung

ARD stärkt Synergien: Neue Kompetenzcenter in Planung

Die ARD treibt ihre interne Neuorganisation weiter voran und setzt auf die Bildung zusätzlicher Leuchttürme in ihrer Berichterstattung. Im neuesten Schritt der Revitalisierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sollen unter anderem Kompetenzcenter für die Themenfelder "Wissen, Bildung und Schule" sowie "Reisen" entstehen. Eine zentrale Gemeinschaftsredaktion für "Kochen & Kulinarik" ist ebenso beschlossen worden. Diese Ankündigung folgt auf eine Entscheidung im Rahmen einer Konferenz der Intendantinnen und Intendanten.

Diese Zentralisierung bildet den Kern eines umfassenden Reformprozesses der neun Landesrundfunkanstalten, mit dem Ziel, Doppelarbeit zu vermeiden und mehr Kapazitäten für digitale Formate zu schaffen. Dabei sollen insbesondere TV-Verbrauchermagazine der dritten Programme profitieren. Die ersten dieser Zentren, die sich den Themen Klima, Verbraucher und Gesundheit widmen, werden bereits in der ersten Jahreshälfte ihre Arbeit aufnehmen.

Gemäß des ARD-Verantwortlichen für Programmkonferenzen, Clemens Bratzler, sollen die Kompetenzcenter jährliche Einsparungen von etwa 50 Millionen Euro realisieren. Diese Summe sei primär für digitale Angebote eingeplant. ARD-Vorsitzender Kai Gniffke präzisierte, dass diese Kosteneinsparungen speziell für die Beitragsperiode von 2025 bis 2028 relevant seien, auch wenn das volle Einsparpotenzial möglicherweise erst im Verlauf der Jahre erreicht werde.

Die Bildungsangebote der neuen Kompetenzcenter sollen insbesondere die Altersgruppe der 12- bis 20-jährigen Schülerinnen und Schüler ansprechen und als substanzieller Baustein der ARD-Strategie dienen. Die leitende ARD-Anstalt für dieses Segment steht noch nicht fest; eine Entscheidung soll bis April gefällt werden.

Die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sendergruppe – ARD, ZDF und Deutschlandradio – basiert hauptsächlich auf den Rundfunkbeiträgen, die Haushalte und Unternehmen entrichten, und beläuft sich auf jährlich über acht Milliarden Euro. Aktuell beträgt der Beitrag 18,36 Euro pro Monat und wird bis Ende des Jahres beibehalten. Die unabhängige Finanzkommission KEF steht vor der Herausforderung, zum 23. Februar eine Anpassungsempfehlung ab 2025 abzugeben, bisher liegt ein Entwurf von 18,94 Euro vor.

Obwohl eine Beitragserhöhung noch in der Schwebe ist, fanden bereits Gespräche zwischen den ARD-Intendanten und der Rundfunkkommission der Länder statt, mit Gniffke als Berichterstatter über die Reforminitiativen und die Vorschläge des Zukunftsrats. Die Länder erörtern daraufhin die Folgen der geplanten Reformen auf die Beitragsentwicklung und erwägen, wie vom nordrhein-westfälischen Medienminister Nathanael Liminski erwähnt, ein Sondergutachten bei der KEF in Auftrag zu geben.