18. Juli, 2024

Wirtschaft

Arbeitsmarkt zeigt Schwäche: Bundesagentur warnt vor weiteren Kürzungen

Arbeitsmarkt zeigt Schwäche: Bundesagentur warnt vor weiteren Kürzungen

Die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleibt auch im Juni angespannt. Anstelle eines zu erwartenden Rückgangs stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 4.000 auf insgesamt 2,727 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet dies einen Anstieg um 172.000 Personen. Die Arbeitslosenquote verharrte unverändert bei 5,8 Prozent. Andrea Nahles, Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, kommentiert diese Trends mit Sorge. „Die Schwäche am Arbeitsmarkt hält weiter an,“ warnte sie und fügte hinzu, dass die Unternehmen bei der Neueinstellung von Personal weiterhin zurückhaltend seien. Besonders prekär ist die Lage für Langzeitarbeitslose. Nahles mahnt daher, die Mittel für Jobcenter nicht zu kürzen, wie es aktuell im Zuge der Haushaltsberatungen diskutiert wird. Konkret drohe eine Minderung der Haushaltsmittel um eine Milliarde Euro bei insgesamt zehn Milliarden Euro, was die erfolgreiche Integration von Langzeitarbeitslosen gefährden könnte. Dennoch gibt es auch positive Signale. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank KfW, merkt an, dass die konjunkturellen Frühindikatoren auf eine leichte Besserung hindeuten. Auffällig ist zudem, dass trotz der wirtschaftlichen Flaute keine Entlassungswelle zu verzeichnen ist, was auf den nach wie vor bestehenden Fachkräftemangel zurückzuführen ist. Parallel zu diesen Entwicklungen verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit jedoch einen Rückgang der gemeldeten offenen Stellen. Im Juni waren 701.000 freie Stellen gemeldet, 69.000 weniger als im Vorjahr. Auch der Anstieg der Kurzarbeit blieb weiterhin aus. Im Juni wurden Anzeigen über Kurzarbeit für 42.000 Personen gemeldet, ein Niveau ähnlich wie im Vormonat. Ein Lichtblick in der aktuellen Situation ist der Ausbildungsmarkt. Die Zahl der Lehrstellenbewerber lag mit 383.000 um 9.000 höher als im Vorjahr. Allerdings fanden im Juni noch 154.000 Bewerber weder eine Lehrstelle noch eine Alternative. Gleichzeitig gab es 480.000 gemeldete Ausbildungsplätze, was einen Rückgang von 21.000 im Jahresvergleich darstellt. Nahles betont, dass Ausgaben in die Maßnahmen der Arbeitsintegration langfristig lohnend seien. „Es lohnt sich, diese Investitionen zu machen,“ sagte sie optimistisch und hoffte auf positive parlamentarische Beratungen.