23. Juni, 2024

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Apple glänzt, Boeing strauchelt – Nasdaq feiert Comeback

Apple glänzt, Boeing strauchelt – Nasdaq feiert Comeback

Vor den entscheidenden Inflationsdaten und der US-Notenbank Fed Sitzung am Mittwoch haben die technologielastigen Nasdaq-Börsen am Dienstag ihre Rekordstände zurückerobert. Insbesondere Apple trug dazu bei, denn die tags zuvor vorgestellte KI-Strategie fand bei Analysten großen Anklang. An der Wall Street hingegen dominierte eine eher negative Tendenz.

Der Dow Jones Industrial verzeichnete rund zwei Stunden vor Handelsschluss ein Minus von 0,62 Prozent und notierte bei 38.625,55 Punkten. Der S&P 500 gab um 0,14 Prozent auf 5353,09 Zähler nach. Hingegen stieg der Nasdaq 100 um 0,22 Prozent auf 19.115,90 Punkte.

Am US-Anleihemarkt, der als Barometer für zukünftige US-Leitzinsen gilt, konnten sich Staatsanleihen weiter verbessern, während die Rendite der zehnjährigen Papiere auf 4,4 Prozent sank. Die erwarteten Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten im weiteren Jahresverlauf dürften weltweit die Börsen maßgeblich beeinflussen. Gilles Moëc von Axa IM prognostizierte, dass der Offenmarktausschuss der Fed für dieses Jahr nur noch zwei Zinssenkungen anstrebe, während im März noch drei Zinssenkungen geplant waren.

Besondere Aufmerksamkeit galt der Aktie von Apple. Nachdem Anleger zunächst enttäuscht auf die Vorstellung neuer KI-Funktionen reagiert hatten, sorgten nun positive Analystenkommentare für ein neues Rekordhoch. Investmentbanken wie JPMorgan, Goldman Sachs und Bank of America äußerten sich optimistisch über die Chancen des neuen iPhone 16. Analyst Samik Chatterjee von JPMorgan erwartet einen Nachfrageschub, sobald das Gerät im Herbst zusammen mit iOS 18 auf den Markt kommt.

Die Apple-Aktie übersprang die 200-Dollar-Marke und kletterte zuletzt um 6,3 Prozent, womit der Marktwert auch wieder über drei Billionen Dollar stieg und den Konzern erneut wertvoller machte als Nvidia. Allerdings bleibt Microsoft weiterhin an der Spitze.

Im Gegensatz dazu verzeichnete Boeing ein Minus von knapp 3 Prozent. Der Flugzeughersteller kämpft weiterhin mit Lieferengpässen und neuen Anforderungen aus China. Im Mai wurden lediglich 24 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert, genauso viele wie im Vormonat.

General Motors hingegen konnte im S&P 100-Index um 1,3 Prozent zulegen und erreichte damit den höchsten Stand seit Februar 2022. Der Autobauer genehmigte ein sechs Milliarden Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm, was laut RBC-Analyst Tom Narayan ein Zeichen dafür sei, dass GM entschlossen ist, auch weiterhin Kapital an seine Aktionäre auszuschütten und dass das Jahr 2023 "keine einmalige Sache" gewesen ist.