18. Juli, 2024

Wirtschaft

Anstieg von Ladendiebstahl belastet deutschen Einzelhandel

Anstieg von Ladendiebstahl belastet deutschen Einzelhandel

Die Einzelhändler in Deutschland sehen sich mit einem wachsenden Problem des Ladendiebstahls konfrontiert. Einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI zufolge entwendeten Kundinnen und Kunden im vergangenen Jahr Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro. Dies bedeutet eine Steigerung des Schadens um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zusätzlich zu den Diebstählen durch Kundschaft trugen auch Mitarbeiter und Lieferanten zum Verlust bei. Besonders betroffen sind die Branchen Lebensmittelhandel, Bekleidung und Drogeriemärkte.

Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig. Laut Studienautor Frank Horst bringen steigende Preise viele Menschen in finanzielle Schwierigkeiten, was zu einer Zunahme von Diebstählen führt. Ein weiteres Problem stellt der Fachkräftemangel im Einzelhandel dar. "In vielen Geschäften ist heute weniger Personal im Einsatz. Dadurch haben Diebe leichteres Spiel. Personal verhindert durch Präsenz indirekt Diebstähle", erklärt Horst.

Besonders begehrt bei Dieben sind in Supermärkten und Discountern Artikel wie Spirituosen, Tabakwaren, Kosmetikprodukte, Rasierklingen, Energydrinks sowie Babynahrung und Kaffee. Auch Fleisch, Wurst und Käse sind häufig Zielobjekte. Die meisten Täter agieren gelegentlich, jedoch werden mindestens ein Viertel der Diebstähle von professionellen Banden verübt.

Insgesamt stiegen die Inventurdifferenzen 2023 um 5 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Diese Summe umfasst nicht nur Diebstähle durch Kunden, Mitarbeiter und Lieferantenpersonal, sondern auch organisatorische Fehler wie falsche Preisauszeichnungen. Der entstandene Schaden betrifft auch den deutschen Staat, dem dadurch Umsatzsteuereinnahmen in Höhe von rund 560 Millionen Euro entgehen.