24. Juli, 2024

Märkte

Anspannung vor Powell-Auftritt: Deutsche Börsen im Rückwärtsgang

Anspannung vor Powell-Auftritt: Deutsche Börsen im Rückwärtsgang

Die Börsen in Deutschland mussten am Dienstag einen weiteren Rückgang verzeichnen, da sich Anleger vor der Anhörung des US-Notenbankchefs Jerome Powell vor dem US-Kongress zurückhielten. Der Dax sank am frühen Nachmittag um 0,8 Prozent auf 18.334 Punkte und fiel damit unter die 50-Tage-Durchschnittslinie, ein wichtiger Indikator für den mittelfristigen Trend des Index.

Fed-Chef Powell wird sich in einer halbjährlichen Anhörung vor dem US-Kongress äußern. Michael Pfister, Devisenexperte der Commerzbank, erwartet keine klaren Signale von Powell bezüglich einer möglichen Zinssenkung. Subtile Andeutungen hinsichtlich der jüngst schwächeren Wirtschaftsdaten könnten jedoch Aufschluss über den zukünftigen Kurs der Fed geben.

Zeitgleich gab der MDax der mittelgroßen Unternehmen um 1 Prozent auf 25.301 Punkte nach, und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,8 Prozent.

Größter Verlierer im Dax waren die Aktien von Mercedes-Benz, die um 3,5 Prozent nachgaben. Die Bank of America hat die Papiere auf "Underperform" herabgestuft. Analyst Horst Schneider führte sinkende Konsensschätzungen in den kommenden zwei Jahren und alternde Flotten als Gründe an.

Im Gegensatz dazu konnten BMW-Papiere um 0,3 Prozent zulegen, gestützt durch eine Kaufempfehlung der Großbank HSBC. Analyst Michael Tyndall verwies darauf, dass die Kursschwäche der letzten drei Monate die Marktsorgen über Gebühr eingepreist habe.

Auf dem Markt für Nebenwerte fielen die Aktien des Vermögensverwalters DWS um 3,4 Prozent aufgrund einer negativen Bewertung durch die Bank Exane BNP Paribas. Schaeffler-Aktien verloren 5,5 Prozent, da Analysten sich skeptisch zur anstehenden Quartalsbilanz des Unternehmens äußerten. Vitesco-Papiere büßten 3,9 Prozent ein, da Schaeffler und Vitesco planen, zu fusionieren.

Am Devisenmarkt gab der Euro vor Powells Auftritt leicht nach und notierte bei 1,0816 US-Dollar. Am Montag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,0835 Dollar festgesetzt, wodurch der Dollar 0,9229 Euro kostete.

Die Umlaufrendite am Anleihenmarkt verringerte sich von 2,59 Prozent am Montag auf 2,58 Prozent, und der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 124,22 Punkte. Der Bund-Future fiel zuletzt um 0,21 Prozent auf 131,00 Punkte.