24. Mai, 2024

Politik

Anpassung der Opferzahlen im Gaza-Krieg führt zu Verwirrung

Anpassung der Opferzahlen im Gaza-Krieg führt zu Verwirrung

In einer bemerkenswerten Revision der bisherigen Darstellung hat die im Gazastreifen von der Hamas geführte Gesundheitsbehörde die Zahl der im Krieg getöteten Minderjährigen und Frauen korrigiert. Nachdem anfänglich höhere Ziffern im Raum standen, zeigten offizielle Mitteilungen zuletzt eine Halbierung der Opferzahlen auf, nur um diese anschließend erneut auf das vorherige Niveau anzuheben. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben blieb bislang aus. Im Einzelnen wurde ursprünglich von über 14.500 getöteten Kindern und Jugendlichen sowie mehr als 9.500 Frauen ausgegangen. Danach verschob sich das Bild abrupt, als Erklärungen ausblieben und die Zahlen auf 7.797 getötete Minderjährige und 4.959 Frauen sanken. Interessant dabei: Der Anteil der Kinder und Jugendlichen an den Todesopfern wurde auf 32 Prozent geschätzt, Frauen machten etwa 20 Prozent aus, Senioren 7,8 Prozent und Männer 40 Prozent. Frühere Darstellungen stellten den Anteil von Frauen und Minderjährigen auf 70 Prozent der Toten im Krieg dar. Die Vereinten Nationen bezogen sich auf die Berichte der Gesundheitsbehörde der Hamas und veröffentlichten die niedrigeren Zahlen am 8. Mai. Alle UN-Publikationen nannten die palästinensischen Behörden als Quelle. Als Ursache für die geringeren Zahlen wurde letztlich ein "Tippfehler" von einem Sprecher der Gesundheitsbehörde genannt. Dieser bestärkte, dass seit dem 7. Oktober des vorangegangenen Jahres über 14.500 Kinder und Jugendliche sowie mehr als 9.500 Frauen Opfer israelischer Angriffe wurden. Er gab die Gesamtzahl der Toten mit nahezu 35.000 und der Verletzten mit über 78.600 an, ohne dabei zwischen Kämpfern und Zivilisten zu differenzieren. Das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA, das seinen Standpunkt auf die Angaben der Gesundheitsbehörde stützt, äußerte, eine eigene Überprüfung sei nicht möglich. Bestätigt werden können lediglich die Zahlen der getöteten Mitarbeiter, welche seit Kriegsbeginn bei 188 liegen. Das UN-Nothilfebüro OCHA äußerte sich ähnlich und hob hervor, dass aufgrund der aktuellen Umstände und der hohen Anzahl an Opfern eine selbstständige Verifizierung der Zahlen nicht machbar sei. Folglich wird in allen von den UN verwendeten Berichten die Gesundheitsbehörde in Gaza als Quellenangabe aufgeführt.