18. Juli, 2024

Politik

Annalena Baerbock: Fokus auf Außenpolitik statt Kanzlerkandidatur

Annalena Baerbock: Fokus auf Außenpolitik statt Kanzlerkandidatur

Annalena Baerbock plant, sich voll und ganz auf ihre Rolle als Außenministerin zu konzentrieren und strebt keine erneute Kanzlerkandidatur für die Grünen an. In einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CNN erklärte Baerbock am Rande des NATO-Gipfels in Washington, dass die internationalen Krisen ihre volle Aufmerksamkeit verlangen. „Die Welt hat sich seit der letzten Bundestagswahl dramatisch verändert“, sagte Baerbock laut offizieller Übersetzung des Auswärtigen Amts. „Gerade in Zeiten des russischen Angriffskriegs und der prekären Lage im Nahen Osten brauchen wir mehr Diplomatie, nicht weniger.“ Diesen Herausforderungen wolle sie sich als Außenministerin mit voller Kraft widmen. Baerbock betonte weiter, dass staatspolitische Verantwortung in extremen Zeiten bedeutete, ihre Aufgabe als Außenministerin in den Vordergrund zu stellen. „Statt in eine Kanzlerkandidatur gebunden zu sein, werde ich mich weiterhin darauf konzentrieren, Vertrauen, Kooperation und verlässliche Strukturen zu bilden – für und mit zahlreichen Partnern weltweit und in Europa“, so Baerbock. Baerbock hatte sich vor der Bundestagswahl 2021 gemeinsam mit Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck darauf geeinigt, als Kanzlerkandidatin der Grünen anzutreten. Sie versicherte, dass sie auch im kommenden Wahlkampf alles tun werde, um ihre Partei zu unterstützen. Schon seit längerem war klar, dass entweder Baerbock oder Habeck die Grünen in den nächsten Bundestagswahlkampf führen würde. Habeck, dem das Verlangen nach der Kandidatur seit Monaten anzumerken ist, gab sich auf die Frage jedoch zurückhaltend und lobte Baerbocks Arbeit als Außenministerin. „Alles Weitere werden wir in den Gremien beraten und rechtzeitig kommunizieren“, sagte Habeck. Die Grünen-Spitzen lobten Baerbocks Entschluss. Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge und Britta Haßelmann sowie Parteichefs Omid Nouripour und Ricarda Lang betonten die Verantwortung und das Teamplay, das Baerbock zeige. Sie sei eine verlässliche Partnerin in der Weltpolitik und ihre Fokussierung auf die Außenministerrolle sei „gut für unser Land und für uns Grüne“. Hätte Baerbock auf ihrer Kandidatur bestanden, wäre ein Machtkampf mit Habeck kaum vermeidbar gewesen, was bei gegenwärtigen Umfragewerten von 11 bis 13 Prozent für die Grünen problematisch hätte werden können. Baerbock, die mit 43 Jahren noch jung für eine Politikerin ist, könnte durchaus auf zukünftige Chancen spekulieren.