25. Februar, 2024

Märkte

Anleiheoptimismus trotz düsterer Konjunkturerwartungen

Anleiheoptimismus trotz düsterer Konjunkturerwartungen

Im Wogenruhen der Finanzmärkte verbuchten die deutschen Bundesanleihen einen leisen Kursanstieg am Dienstag. Der Euro-Bund-Future, ein barometerartiges Konstrukt für die Richtung des Anleihenmarktes, kletterte leicht um 0,10 Prozent auf einen Stand von 134,21 Punkte. Gleichsam wechselte die Rendite für die zehnjährigen Bundeswertpapiere die Bahn, indem sie auf 2,29 Prozent sank.

Die Handelsaktivitäten zeigten sich von einer Lethargie umweht, verursacht durch das Fehlen von entscheidenden wirtschaftlichen Wendepunkten. Obgleich die deutschen Industrieaufträge für Dezember eine Zunahme verkündeten und somit scheinbar für gute Neuigkeiten sorgten, entpuppte sich der Anstieg bei genauerer Betrachtung als eine Eintagsfliege. Denn die Hauptlast der Bestellungen lastete auf Großanfragen aus dem Luftfahrtsektor; ohne diese hätte das Bestellaufkommen tatsächlich eine negative Kurve gezogen. Ralph Solveen, ein erfahrener Ökonom aus dem Hause Commerzbank, artikulierte es treffend: Die Datenaufbereitung suggeriere keine spürbare Verbesserung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands in naher Zukunft.

Eine separate Sphäre zeichnet sich im Bereich der Inflationserwartungen ab, die, wie aus einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht, für den Euroraum kurzfristig abgeschwächt wurden. Ein anderes Bild erlangen die mittelfristigen Erwartungen, die eine leichte Steigung verzeichneten. Die aktuellen Inflationstrends signalisieren eine nachlassende Preisdynamik, was der EZB Potenzial für absteigende Zinsbewegungen im Jahresverlauf verleihen könnte, wenngleich das genaue Timing und das Volumen in den Sternen geschrieben stehen.

Vom amerikanischen Kontinent schwappten keine kursentscheidenden Konjunkturwellen herüber, bewegten am Nachmittag die Kurse nicht, denn wichtige Wirtschaftsdaten blieben aus.