21. Juni, 2024

Märkte

Anlegerstimmung trüb: Dax knickt ein, Wochenverlust zeichnet sich ab

Anlegerstimmung trüb: Dax knickt ein, Wochenverlust zeichnet sich ab

In der Abwärtsspirale des deutschen Aktienmarktes riss der Abwärtstrend auch zum Ende der Woche nicht ab. Der Dax entwich seiner bisherigen Seitwärtsbewegung und sackte zum Handelsbeginn auf den niedrigsten Wert der letzen 14 Tage. Später konnte er sich zwar ein wenig fangen, doch letztendlich verblieb er mit einem Minus von 0,41 Prozent bei 18 614,42 Punkten. Für Anleger verheißt das einen drohenden Wochenverlust von etwa 0,5 Prozent.

Auch bei den mittelgroßen Unternehmen zeigte der Trend nach unten. Der MDax verlor am Freitag 0,36 Prozent auf 27 095,34 Punkte. Die wirtschaftliche Großwetterlage der Eurozone, repräsentiert durch den EuroStoxx 50, verzeichnete eine Talfahrt um ungefähr 0,4 Prozent.

Marktanalysten verweisen auf eine steigende Beunruhigung bezüglich der Zinspolitik als Ursache der trüben Stimmung. US-amerikanische Wirtschaftsdaten, positiver als erwartet, sowie das Zaudern der US-Notenbank hinsichtlich einer Leitzinssenkung bewirken Unsicherheit. Die aus einem starken Bericht des Tech-Schwergewichts Nvidia resultierende Euphorie war somit nur ein Strohfeuer.

Daten zur deutschen Konjunktur scheinen derzeit kaum Einfluss auf die Börse zu nehmen. Der Bericht zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), das im ersten Quartal um 0,2 Prozent wuchs, bestätigte nur vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes und erschütterte das Marktgeschehen nicht.

Experte Jürgen Molnar von RoboMarkets sieht düstere Wolken am Börsenhimmel aufziehen und signalisiert eine 'gelbe' Warnstufe. Das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed hat wenig zur Klärung der Zinsfrage beigetragen. Die Aussicht auf einen ungewissen geldpolitischen Sommer und politische Spannungen um Taiwan verstärken die Besorgnis.

Unternehmensseitig hält sich die Nachrichtenlage in Grenzen. RWE gab bekannt, Microsoft über zwei neu errichtete Windparks in Texas mit Ökostrom versorgen zu wollen. Details zu den 15-jährigen Stromlieferverträgen blieben jedoch aus. Die Reaktion am Aktienmarkt war verhalten; RWE-Titel gaben leicht nach.

Thyssenkrupp erlebte ebenfalls einen Rücksetzer: Der Industriegigant befürwortete eine 20-prozentige Beteiligung von EPCG an der Stahlsparte, die in erster Linie die Energielieferungen betreffen soll. Die Papiere des Unternehmens büßten daraufhin an Wert ein.