16. Juni, 2024

Wirtschaft

Altersdiskriminierung im Beruf: Jeder Vierte über 50 spürt Vorurteile

Altersdiskriminierung im Beruf: Jeder Vierte über 50 spürt Vorurteile

doch nicht alle Arbeitnehmer über 50 können davon profitieren. Einer aktuellen Studie des Karrierenetzwerks Xing zufolge, empfinden mehr als ein Viertel der Berufstätigen jenseits der 50 eine altersbedingte Diskriminierung am Arbeitsplatz. Rund 28 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten sich bei der Vergabe von Aufgaben, der Einschränkung ihres Tätigkeitsfeldes oder beim Thema Beförderung aufgrund ihres Alters benachteiligt gefühlt.

Die Untersuchung, die von dem Marktforschungsinstitut Appinio durch eine repräsentative Online-Befragung durchgeführt wurde, zeigt auf, dass etwa 28 Prozent der über 50-Jährigen im Bewerbungsprozess ebenfalls eine Benachteiligung erfahren haben. Während rund 72 Prozent der Befragten angaben, sich nicht aufgrund ihres Alters diskriminiert gefühlt zu haben, bestätigen die anderen genau dieses Gefühl.

Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bringt Licht ins Dunkel des Begriffs "Diskriminierung". Er definiert es als eine ungerechtfertigte Benachteiligung aufgrund von Merkmalen wie Alter, die in der beruflichen Qualifikation keine Rolle spielen sollten. Gleichzeitig sieht Weber, mit Verweis auf den existierenden Fachkräftemangel, optimistisch in die Zukunft. Fachkräfte sind dem Experten zufolge heute stark nachgefragt, was insbesondere älteren Arbeitnehmern zu gute kommen könnte. Er verweist darauf, dass sich die Zeiten geändert haben und Firmen die Potenziale Älterer zunehmend erkennen und nutzen – ein Umbruch, der Abkehr von früheren Praktiken wie der Frühverrentung deutlich macht.

Dennoch existieren weiterhin Maßnahmen wie der "goldene Handschlag", welche die vorzeitige Beendigung von Arbeitsverhältnissen mit Abfindungen versüßen – ein Indiz dafür, dass das Thema Altersdiskriminierung im Berufsleben weiterhin relevant bleibt.