Die aktuellen Quartalszahlen offenbaren eine gefährliche Diskrepanz zwischen Umsatz und Ertrag
Der Beauty-Konzern Douglas hat seine Bücher für das strategisch entscheidende Weihnachtsquartal (Oktober bis Dezember) geöffnet und liefert ein ambivalentes Bild. Auf den ersten Blick scheint das Wachstum intakt: Der Konzernumsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent auf beachtliche 1,67 Milliarden Euro.
Doch der Schein trügt, wenn man auf die Profitabilität blickt. Trotz des Umsatzwachstums musste das Unternehmen einen deutlichen Rückgang beim Nettogewinn hinnehmen. Dieser fiel um schmerzhafte 11,2 Prozent auf knapp 145 Millionen Euro. Die Kosten der Umsatzgenerierung steigen, während die Margen unter Druck geraten.
„Das hat zuletzt zu einem verstärkt selektiven Kaufverhalten und zu einer von Rabattaktionen geprägten Nachfrage geführt“, so das Unternehmen in einer Mitteilung.
Der Heimatmarkt in der DACH-Region bremst die globale Performance deutlich aus
Besonders alarmierend ist die Entwicklung im deutschsprachigen Raum. Während das globale Geschäft zumindest fast zwei Prozent zulegen konnte, stagniert der Motor in der DACH-Region nahezu. Hier verzeichnete Douglas lediglich ein minimales Plus von 0,6 Prozent.
Ursächlich hierfür ist eine spürbare Verunsicherung der Kundschaft. Die hohe Preissensibilität zwingt den Händler offenbar zunehmend in Rabattaktionen, um die Ware zu bewegen. Dies belastet die Bilanz signifikant, da Umsätze teurer erkauft werden müssen als in stabilen Marktphasen.
Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bleibt trotz der Warnsignale bestehen
Ungeachtet des schwierigen Starts und des Gewinnrückgangs hält das Management an seinen Zielen für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr fest. Der Konzern visiert einen Gesamtumsatz in der Spanne von 4,65 bis 4,8 Milliarden Euro an.
Operativ stützt sich Douglas dabei auf ein massives Filialnetz. Weltweit betreibt die Kette rund 1.960 Standorte, von denen sich etwa 340 in Deutschland befinden. Ob dieses stationäre Netz in Zeiten hoher Preissensibilität ein Anker oder ein Kostenblock ist, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen müssen.

