13. April, 2024

Wirtschaft

Alarmierender Anstieg der Kinderarmut in Deutschland erreicht neuen Höchststand

Alarmierender Anstieg der Kinderarmut in Deutschland erreicht neuen Höchststand

In Deutschland muss jedes fünfte Kind in Armut leben, ein Zustand, der besorgniserregende Ausmaße erreicht hat. Laut dem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands sind 21,8 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Armut betroffen, was einen neuen Rekord markiert. Diesen besorgniserregenden Daten stellte der Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider bei der Präsentation in Berlin vor.

Die Anzahl armutsbetroffener Menschen in Deutschland stieg im Jahr 2022 auf 14,2 Millionen an, was einer Quote von 16,8 Prozent entspricht. Diese Zunahme um 100.000 Personen gegenüber dem Vorjahr sowie der beträchtliche Anstieg um nahezu eine Million seit dem Vor-Pandemiejahr 2019 zeigt, dass sich die Armut im Land konsequent weiter ausgebreitet hat. Seit 2006, dem Jahr, in dem dieser Trend begann, erhöhte sich die Zahl um 2,7 Millionen Menschen.

Der Bericht, der sich auf den Mikrozensus des Statistischen Bundesamts stützt, verweist darauf, dass belastbare Zahlen für das Jahr 2023 erst im nächsten Jahr erwartet werden. Schneider deutet bereits an, dass keine Trendwende in Sicht ist. Armut wird nach Einkommen und Haushaltstyp definiert, wobei ein Single-Haushalt beispielsweise bei einem Monatseinkommen von weniger als 1.186 Euro als arm gilt, während es bei Alleinerziehenden mit einem Kind unter 14 Jahren unter 1.542 Euro liegt.

Besonders Alleinerziehende, mehrkindrige Haushalte, Erwerbslose sowie Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen und Migrationshintergrund sind von Einkommensarmut betroffen, wobei Frauen eine höhere Armutsquote aufweisen als Männer. Schneider unterstreicht, dass ein Großteil der Armutsbetroffenen, mehr als ein Viertel, erwerbstätig ist, während fast ein Viertel Rentner sind.

Die Verteilung von Armut quer durch die Bundesrepublik ist ebenfalls höchst unterschiedlich. Während Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg vergleichsweise niedrige Armutsquoten aufweisen, stechen das Saarland, Sachsen-Anhalt, Hamburg und Nordrhein-Westfalen mit Quoten von 19 Prozent und mehr hervor. Mit einer Armutsquote von 29,1 Prozent bildet Bremen das traurige Schlusslicht dieser Statistik.