22. Februar, 2026

Quartalszahlen

Abzocke über den Wolken: Air France-KLM pulverisiert Rekorde mit Ticket-Preishammer

Während Reisende unter explodierenden Flugpreisen leiden, feiert Air France-KLM einen berauschenden Gewinnsprung. Mit einem Überschuss, der sich fast verfünffacht hat, demütigt der Airline-Riese die Erwartungen der Analysten und setzt zum nächsten Schlag gegen die Konkurrenz an.

Abzocke über den Wolken: Air France-KLM pulverisiert Rekorde mit Ticket-Preishammer
Luxus-Tickets als Goldesel: Air France-KLM profitiert massiv von Nordamerika-Routen. Erfahren Sie alles über die Expansionspläne für 2026.

Der Luftraum über dem Atlantik ist zur Goldgrube für Air France-KLM geworden. Trotz geopolitischer Krisenherde und einer schwächelnden Weltwirtschaft scheint die Reiselust der Elite ungebrochen. Wer geglaubt hatte, dass die Inflation den Premium-Sektor ausbremsen würde, sieht sich nun eines Besseren belehrt.

In der Pariser Konzernzentrale knallen die Korken: Fast 1,6 Milliarden Euro Reingewinn stehen in den Büchern für das Jahr 2025 – ein phänomenaler Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Konzernchef Ben Smith hat es geschafft, die Passagiere für die gestiegenen Betriebskosten bluten zu lassen, während er gleichzeitig von sinkenden Kerosinpreisen profitierte.

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Es ist eine Machtdemonstration, die zeigt, wie gnadenlos die Konsolidierung im Luftverkehr voranschreitet. Während Billigflieger mit der Kostenkeule kämpfen, sahnt Air France-KLM in der Business- und First-Class ab. Besonders die Prestige-Routen zwischen Europa und Nordamerika haben sich als wahre Cash-Maschinen erwiesen. Wer in der „La Première“ von Paris nach New York jettet, schert sich offenbar wenig um Ticketpreise, die neue Rekordhöhen erreicht haben. Der Markt für Luxusreisen ist immun gegen die Sorgen des Durchschnittsverbrauchers geworden.

Premium-Passagiere finanzieren den Expansions-Wahn in Paris

Die Zahlen, die das Unternehmen am Donnerstag in Paris vorlegte, lassen die Konkurrenz erblassen. Der operative Gewinn schoss um ein Viertel auf über zwei Milliarden Euro nach oben. Der Clou: Während der Umsatz „nur“ um moderate fünf Prozent auf 33 Milliarden Euro stieg, explodierte die Profitabilität. Das Geheimnis liegt in der drastischen Yield-Optimierung – ein Fachbegriff dafür, dass jeder Sitzplatz zum maximal möglichen Preis verscherbelt wurde. Ben Smith hat die Airline zu einer hocheffizienten Gewinnmaschine umgebaut, die Analystenprognosen reihenweise wie Seifenblasen platzen lässt.

Doch der Hunger des Giganten ist noch lange nicht gestillt. Für das laufende Jahr 2026 plant Smith einen aggressiven Geschäftsausbau. Die Flotte soll verjüngt, das Streckennetz noch enger geknüpft werden. Dabei fungiert die Billigtochter Transavia als strategischer Schutzschild gegen die Billigkonkurrenz aus Irland und Ungarn, während die Kernmarken Air France und KLM die Sahne im lukrativen Langstreckengeschäft abschöpfen. Es ist eine Zangenstrategie, die den europäischen Luftraum zunehmend unter die Kontrolle weniger Großmächte bringt.

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Kerosin-Glück und Preis-Diktat bescheren Milliarden-Segen

Dass der Gewinn um das Fünffache steigen konnte, verdankt die Airline auch einer glücklichen Fügung an den Rohstoffmärkten. Die Treibstoffkosten, traditionell der größte Unsicherheitsfaktor in der Luftfahrt, sind im Jahresvergleich spürbar gesunken. Anstatt diese Ersparnis jedoch an die Kunden weiterzugeben, hielten Smith und sein Team die Ticketpreise auf einem künstlich hohen Niveau. Die Reisenden zahlen also doppelt: einmal für den Namen und einmal für die unersättliche Gier der Aktionäre nach höheren Margen.

An der Börse wird dieser Kurs gefeiert. Air France-KLM gilt plötzlich wieder als das Maß der Dinge in der europäischen Luftfahrtindustrie. Die Spannungen in der Weltpolitik, die normalerweise Gift für den Tourismus sind, scheinen an den Buchungszahlen der Premium-Segmente spurlos vorüberzugehen. Solange die zahlungskräftige Kundschaft bereit ist, horrende Summen für ein bisschen mehr Beinfreiheit und ein Glas Champagner in 10.000 Metern Höhe auszugeben, wird der Milliarden-Segen für Paris und Amsterdam nicht versiegen.

Das Fliegen ist wieder zum Luxusgut geworden – und Air France-KLM ist der lachende Profiteur dieser neuen Zweiklassengesellschaft am Himmel.

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