24. Mai, 2024

Wirtschaft

AB Inbev übertrifft Erwartungen trotz US-Marktschwäche

AB Inbev übertrifft Erwartungen trotz US-Marktschwäche

Gemischte Nachrichten für den führenden Bierhersteller AB Inbev zu Jahresbeginn: Während die US-Geschäfte weiterhin durch eine missratene Werbeinitiative belastet werden, überrascht das global agierende Unternehmen mit besser als erwarteten Quartalszahlen. Der Bierabsatz verringerte sich im ersten Quartal lediglich um moderate 0,7 Prozent, womit sich AB Inbev deutlich widerstandsfähiger zeigt als von Analysten prognostiziert. Die Unkenrufe, die noch vor der Bekanntgabe der Bilanz laut wurden, erwiesen sich damit als überzogen. Ein Silberstreif am Horizont deutet sich indes an, da der Konzern auf eine bevorstehende Trendwende im US-Segment hofft.

Die finanziellen Eckdaten weisen einen Umsatzanstieg von 2,3 Prozent auf 14,55 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal aus, wobei sich das Plus bereinigt auf 2,6 Prozent beläuft. Trotz des um 9,1 Prozent geschmälerten US-Umsatzes blieb das Gespenst einer gravierenden Abwärtsbewegung aus. Das bereinigte Ebitda kletterte um 4,8 Prozent auf nahezu die Grenze von fünf Milliarden Dollar. Der den Aktionären zuzurechnende Gewinn jedoch verringerte sich um ein Drittel auf 1,1 Milliarden Dollar - ein Absinken, das insbesondere durch steigende Steuern und Kosten bedingt ist.

Die Prognose für eine operative Gewinnsteigerung von vier bis acht Prozent im Jahr 2024 wurde von AB Inbev bekräftigt. RBC-Analyst James Edwardes Jones charakterisierte das Zahlenwerk als auffallend sorgenfrei und dezent unspektakulär. AB Inbev positioniert sich somit wieder als stabiles Schwergewicht in der Brauindustrie, das auf den meisten seiner Märkte führende Positionen einnimmt. Analyst Edward Mundy von Jefferies hob hervor, dass auch steigende Ausschüttungen an die Anteilseigner den Wert der Aktie positiv beeinflussen könnten.

Jüngste Kontroversen wie die US-Werbekampagne mit Transgender-Influencerin Dylan Mulvaney, die zu hitzigen Debatten und Boykottforderungen konservativer Kreise führte, belasten zwar das Image, jedoch wird eine Verschlechterung der Lage als unwahrscheinlich eingeschätzt. Laut Aarin Chiekrie, Analyst bei Hargreaves Lansdown, könnte gerade die geringere Vergleichsbasis des Boykotts Potenzial für positive Überraschungen in der zweiten Jahreshälfte schaffen.