30. August, 2025

Märkte

20 Prozent Jobs in Gefahr – Maschinenbau rutscht in die Zwickmühle

Eine aktuelle Studie warnt vor einem drastischen Arbeitsplatzabbau im deutschen Maschinenbau. Zölle und aggressive Konkurrenz aus China setzen die Branche unter Druck – mehr als eine Million Beschäftigte stehen im Fokus einer globalen Umwälzung.

20 Prozent Jobs in Gefahr – Maschinenbau rutscht in die Zwickmühle
Jeder fünfte Job auf der Kippe: Laut Horváth-Studie könnten bis zu 200.000 Stellen im deutschen Maschinenbau wegfallen – eine historische Zäsur für die Branche.

Eine Branche im Gegenwind

Der Maschinenbau gilt als Herzstück der deutschen Industrie. Doch nun droht eine Welle von Stellenstreichungen, die weit über konjunkturelle Schwankungen hinausgeht.

Laut der Unternehmensberatung Horváth könnten in den kommenden drei Jahren rund 20 Prozent der Jobs in Deutschland verschwinden – ein Einschnitt, der die Struktur der Branche dauerhaft verändern würde.

Doppelter Druck: Zölle und China

Gleich zwei Faktoren bringen die Unternehmen in Bedrängnis: Die jüngsten Handelsbarrieren belasten das US-Geschäft massiv. 57 Prozent der befragten Firmen erwarten „schmerzhafte Umsatzeinbußen“ in Amerika.

Noch gravierender aber ist die Konkurrenz aus Fernost. Chinesische Anbieter haben technologisch aufgeholt und drängen mit staatlich subventionierten Preisen in den europäischen Markt.

„Die Produkte stehen unseren in Qualität kaum noch nach“, warnt Studienleiter Ralf Sauter. Was vor Jahren undenkbar schien, ist heute Realität: Made in China ist längst nicht mehr nur billiger, sondern zunehmend auch besser.

Abwanderung statt Aufbruch: Immer mehr Unternehmen verlagern Fertigung nach Asien oder Osteuropa, während deutsche Standorte unter hohen Energie- und Steuerkosten leiden.

Erste Verlagerungen setzen Zeichen

Unternehmen wie Kion reagieren mit Standortverlagerungen. „Lokal für lokal“ heißt die Strategie: Produktion in den USA für den US-Markt, Fertigung in Asien für Asien.

Doch die Kehrseite ist klar: Arbeitsplätze in Deutschland geraten ins Wanken. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) bestätigt bereits ein Minus von zwei Prozent bei den Beschäftigten – und rechnet mit weiterem Abbau.

Innovationskraft als letzter Trumpf

Noch halten deutsche Unternehmen einen Vorsprung in Nischen wie Lasertechnologie, wo Trumpf weltweit Maßstäbe setzt. Doch der technologische Abstand schrumpft. Umso wichtiger wäre es, dass Firmen konsequent in Forschung und Digitalisierung investieren.

Zwar wollen 90 Prozent der Unternehmen künftig KI einsetzen, doch das Budget bleibt international bescheiden. Lippenbekenntnisse reichen nicht, wenn globale Wettbewerber in Milliardenhöhe investieren.

Strategische Sackgasse

Viele Unternehmen setzen inzwischen darauf, ihre Teile in die Lieferketten chinesischer Hersteller einzuschleusen – ein riskanter Plan. „Wenn alle denselben Weg gehen, wird nicht jeder überleben“, so Sauter.

Gleichzeitig droht die Fokussierung auf Kernbereiche Nachhaltigkeitsprojekte abzuwürgen. Klimarelevante Technologien geraten ins Hintertreffen, weil sie sich kurzfristig nicht rechnen.

Standort Deutschland auf der Kippe

VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt bringt es auf den Punkt: Hohe Energiepreise, Bürokratie und Steuerlast untergraben die Wettbewerbsfähigkeit. Während China Innovation subventioniert, ringt Deutschland mit politischem Stillstand. Ohne Reformen verliert die Branche ihr Fundament – und mit ihr Hunderttausende Arbeitsplätze.

Das könnte Sie auch interessieren:

Diese fünf Bergbau-Aktien haben Zukunft – unsere exklusive Analyse mit AlleAktien
Kupfer, Silber, Gold: Gemeinsam mit den Analysten von AlleAktien hat die InvestmentWeek fünf Bergbauwerte untersucht – von unterbewerteten Giganten bis hin zu überraschenden Shootingstars.