14. März, 2026

Wirtschaft

Zurückhaltung bei Zinssenkungen: BoE-Chefvolkswirt mahnt zur Vorsicht

Zurückhaltung bei Zinssenkungen: BoE-Chefvolkswirt mahnt zur Vorsicht

In der Diskussion um die künftige Zinspolitik der Bank of England (BoE) plädiert der Chefökonom Huw Pill für eine zurückhaltende Gangart. Trotz des näher rückenden Spielraums für Zinssenkungen betont Pill die Bedeutung einer weiterhin "restriktiven" Geldpolitik, insbesondere nach Jahren der Inflation oberhalb des Zielwerts. Eine alleinige Berufung auf die sinkende Kerninflation sei für Pill kein ausreichender Grund, die Geldpolitik zu lockern.

Angesichts der Gefahr, dass sich hartnäckige Inflationstendenzen in den Erwartungen verankern könnten, sieht Pill größere Risiken bei einer zu frühen Lockerung. Selbst wenn die Teuerungsraten zurückgehen sollten, präferiert er eine spätere Anpassung, sollte die Inflation wider Erwarten anhalten. In einer Rede verdeutlichte er diese Position und begründete seine vorsichtige Haltung hinsichtlich einer Senkung des Leitzinses.

Die Äußerungen untermauern Pills zögerliche Bereitschaft, bereits beim nächsten Treffen des geldpolitischen Ausschusses der BoE, das kurz bevorsteht, für eine Zinssenkung zu stimmen. Als Reaktion auf seine Worte erfuhr das britische Pfund einen Aufschwung und verzeichnete einen Anstieg um 0,3 Prozent gegenüber dem US-Dollar, auf einen Wert von 1,238 Dollar.

Pills skeptische Ansicht stellt einen Kontrast zur Aussage seines Kollegen Dave Ramsden dar, stellvertretender Gouverneur der BoE. Ramsden hatte erst kürzlich eine mögliche Annäherung der Inflationsrate an das Ziel von 2 Prozent für die kommenden drei Jahre in Aussicht gestellt. Pills Aussagen deuten jedoch an, dass er dieser Einschätzung nicht in gleichem Maße zustimmt und mehr Wert auf monetäre Stabilität legt.