01. Januar, 2026

Wirtschaft

Zunehmende Unsicherheit am Arbeitsplatz: Deutsche betrachten die Zukunft mit Vorbehalt

Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung der renommierten Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) offenbart eine wachsende Besorgnis in Bezug auf die Arbeitsplatzsicherheit innerhalb der deutschen Bevölkerung. Die Studie prognostiziert, dass im Jahr 2025 etwa 16 Prozent der Bürger ihren Arbeitsplatz als 'sehr unsicher' oder 'eher unsicher' einstufen werden. Dies markiert den höchsten Grad der wahrgenommenen beruflichen Unsicherheit seit dem Jahr 2009, als infolge der globalen Finanzkrise etwa 22 Prozent der Erwerbstätigen ihre berufliche Lage als prekär einschätzten. Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Besorgnis: Zum Jahr 2022 sind es drei zusätzliche Prozentpunkte, und verglichen mit 2023 bemerken wir sogar einen Anstieg um fünf Punkte. Diese repräsentative Umfrage, die über 1.000 Teilnehmer umfasst, wurde im November durchgeführt.

Obgleich die allgemeine Verunsicherung zunimmt, zeigt sich zugleich, dass eine überwiegende Mehrheit von 84 Prozent der Befragten ihren Arbeitsplatz als sicher betrachtet. Erstaunlicherweise bewerten sogar 45 Prozent ihre Jobsituation als 'sehr sicher'. Henrik Ahlers, der Vorsitzende der EY-Geschäftsführung, kommentiert diese Entwicklung folgendermaßen: „Trotz der schleichenden Zunahme der Unsicherheit herrscht keine generelle Untergangsstimmung. Mit einer Erholung der Konjunktur könnte die Zuversichtlichkeit der Bürger wieder erstarken.“ Seine Aussagen unterstreichen die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung, die möglicherweise die Wahrnehmung der Arbeitsplatzsicherheit positiv beeinflussen könnte.

Besonders betroffen von Arbeitsplatzängsten scheinen die jüngeren Generationen und Menschen mit geringerem Einkommen zu sein. Die Umfrage hebt hervor, dass lediglich zehn Prozent der über 55-Jährigen um ihren Arbeitsplatz fürchten, während dieser Anteil bei den Unter-35-Jährigen auf besorgniserregende 21 Prozent ansteigt. Noch deutlicher wird die Sorge bei jenen mit einem Jahreseinkommen unter 25.000 Euro, von denen 36 Prozent um ihre berufliche Zukunft bangen. Im Gegensatz dazu zeigen sich Gutverdienende, mit Einkommen ab 70.000 Euro, deutlich gelassener: Nur acht Prozent von ihnen hegen ähnliche Bedenken.

Parallel zu den zunehmenden Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit manifestieren sich gedämpfte Erwartungen hinsichtlich der finanziellen Perspektiven der Befragten. Lediglich 17 Prozent erwarten eine Verbesserung ihres verfügbaren Einkommens im kommenden Jahr, während 26 Prozent mit einer Verschlechterung ihrer finanziellen Lage rechnen. EY-Chef Ahlers sprach in diesem Zusammenhang von einer 'großen Skepsis' gegenüber der wirtschaftlichen Entwicklung und der gegenwärtigen Lage Deutschlands. Diese Vorsicht spiegelt sich auch in der Kaufzurückhaltung wider, da viele Bürger zögern, größere Anschaffungen zu tätigen, und stattdessen eine abwartende Haltung einnehmen.