Im Jahr 2025 zeichneten sich in den statistischen Erhebungen der Bundesregierung bedeutende Verschiebungen bei Abschiebungen aus Deutschland ab. Besonders auffällig war dabei der drastische Anstieg der Abschiebungen in die Türkei. Die Daten des Bundes zeigen, dass sich die Anzahl der abgeschobenen Personen in die Türkei mit 2.297 Menschen mehr als verdoppelt hat, verglichen mit dem Vorjahr. Dies stellt eine bemerkenswerte Zunahme dar, da im Jahr 2024 lediglich 1.087 Menschen und im Jahr 2023 nur 875 Personen in die Türkei abgeschoben wurden. Mit einem Anteil von rund zehn Prozent, war die Türkei im Jahr 2025 das Hauptzielland im Rahmen der Abschiebungen aus Deutschland, bei einem Gesamtumfang von 22.878 Umsetzungen im gesamten Jahr.
An zweiter Stelle der Abschiebeländer im Jahr 2025 befand sich Georgien, in das insgesamt 1.690 Menschen abgeschoben wurden. Ein entscheidender Faktor, der die Verteilung der Abschiebeziele beeinflusste, waren die Dublin-Regelungen der Europäischen Union. Diese bestimmen, welches Mitgliedsland der EU für die Bearbeitung eines bestimmten Asylantrags verantwortlich ist, und führten dazu, dass Länder wie Spanien und insbesondere die Türkei zu den häufig gewählten Zielländern gehörten.
Trotz der steigenden Zahl von Abschiebungen war es bemerkenswert, dass die Erstasylanträge in Deutschland im gleichen Zeitraum einen signifikanten Rückgang verzeichneten. Das Bundesinnenministerium berichtete von einem bemerkenswerten Rückgang um 51 Prozent im Vergleich zu 2024, was zu insgesamt 113.236 neuen Asylanträgen im Jahr 2025 führte.
Clara Bünger, Mitglied der Linksfraktion im Bundestag, äußerte sich kritisch zu diesem markanten Anstieg der Abschiebeaktivitäten, vor allem im Hinblick auf die politische Situation in der Türkei, die sich durch eine prekäre Menschenrechtslage und die Inhaftierung vieler Oppositioneller auszeichnet. Bünger kritisierte die Vorgehensweise, bei der Familien mitunter auseinandergerissen und Menschen direkt aus Bildungseinrichtungen oder gar Krankenhäusern in Abschiebehaft genommen werden.
Auch wenn die Zahl der abgeschobenen Personen erheblich anstieg, bleibt die Türkei weiterhin eines der Hauptländer, aus denen Asylsuchende nach Deutschland kommen. Im Jahr 2025 beantragten insgesamt 11.919 türkische Staatsangehörige erstmals Asyl in Deutschland, womit die Türkei hinter Afghanistan und Syrien den dritten Platz unter den Hauptherkunftsländern der Asylsuchenden belegte. Diese Kontinuität verdeutlicht die komplexe und facettenreiche Dynamik der Migration zwischen Deutschland und der Türkei.