10. Mai, 2026

Wirtschaft

Zinssenkungsdebatte in den USA: Waller deutet Richtungswechsel an

Zinssenkungsdebatte in den USA: Waller deutet Richtungswechsel an

Der Direktor des US-Notenbankgremiums, Christopher Waller, hat auf einer Konferenz in Washington seine tendenzielle Unterstützung für eine mögliche Senkung der Leitzinsen durch die Federal Reserve im Jahr 2024 signalisiert. Waller erwähnte, dass er derzeit dazu neige, eine Zinssenkung in der Dezembersitzung zu befürworten, solange die künftigen Wirtschaftsdaten keine gegenteiligen Signale für die Inflation liefern. Trotz anfänglicher Besorgnis, dass die Teuerung über der Marke von zwei Prozent verharren könnte, sehe er keine Hinweise darauf, dass die Preise in bestimmten Dienstleistungssektoren auf ihrem derzeitigen Niveau stagnieren oder weiter steigen würden. Unmittelbar nach Wallers Äußerungen zeigte sich der Einfluss auf den Devisenmarkt: Der Euro gewann an Stärke gegenüber dem US-Dollar und durchbrach die Marke von 1,05 Dollar. Dies stellt eine bemerkenswerte Erholung dar, nachdem der Dollar seit der Wahl Donald Trumps 2016 an Wert gewonnen hatte; damals notierte der Euro noch bei über 1,09 Dollar. Trumps wirtschaftspolitische Pläne, insbesondere Steuerkürzungen und Einfuhrzölle – vor allem auf chinesische Produkte – wurden mit steigenden Verbraucherpreisen in den USA und einem erhöhten Inflationsdruck in Verbindung gebracht. Experten hatten daher eine abwartende Haltung der Fed hinsichtlich weiterer Zinssenkungen vermutet, bis die Auswirkungen von Trumps Agenda vollumfänglich sichtbar werden. Parallel dazu belastet die europäische Wirtschaftsabschwächung den Eurokurs, befeuert durch mögliche weitere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank und politische Unsicherheiten in Frankreich. Die französische Regierung hatte kürzlich ein Sozialbudget-Gesetz ohne Schlussabstimmung verabschiedet, was die bestehenden Defizitsorgen an den Märkten verstärkte. Laut Commerzbank-Experte Ralph Solveen gestaltet sich die Regierungsbildung in Frankreich herausfordernd, da der politische Rückhalt fehlt, und es gibt keinen nennenswerten wirtschaftlichen Auftrieb zur Problemlösung.