Die US-Notenbank Fed steht vor einer Herausforderung: Während einige ihrer Vertreter eine reduziertes Tempo bei Zinssenkungen ins Spiel bringen, könnten Trumps angekündigte Maßnahmen die Inflationserwartungen der Fed durcheinanderbringen. Wirtschaftsexperten erwarten im Januar eine dritte Zinssenkung, auch wenn ein langsameres Vorgehen inzwischen diskutiert wird. Grund: die zähe Inflation und unklaren wirtschaftlichen Folgen von Trumps vorgeschlagenen Zöllen.
In diesem Jahr hat die Fed den Zins bereits zweimal reduziert. Laut einer Reuters-Umfrage erwarten 90 Prozent der befragten Ökonomen eine dritte Senkung um 25 Basispunkte im Dezember. Dies würde den Leitzins über das Jahr hinweg um volle einen Prozentpunkt senken. Eine Pause für Anfang nächsten Jahres scheint jedoch nicht ausgeschlossen. Das zeigt auch die jüngste Warnung seitens der Fed-Mitglieder anlässlich des letzten Treffens des Federal Open Market Committee im November.
Michelle Bowman, eine Gouverneurin der Fed, die im September als einzige gegen eine Zinssenkung von 50 Basispunkten stimmte, mahnte in einer Rede zur Vorsicht: „Ich würde es vorziehen, vorsichtig vorzugehen und den Leitzins schrittweise zu senken, um genau zu wissen, wie weit wir vom Ziel entfernt sind, während wir weiterhin die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Auge behalten“, so Bowman.
Andere Stimmen innerhalb der Fed, darunter Beth Hammack und Alberto Musalem, äußerten sich ähnlich. Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Fiskalpolitik des designierten Präsidenten Donald Trump, insbesondere seiner Zollerhöhungspläne, lassen die Fed offenbar innehalten. Trumps Politik könnte mit einem 10-Prozent-Tarif auf Importe die Inflation anheizen, meinen Experten. Kathy Bostjancic von Nationwide prognostiziert, dass die Fed in naher Zukunft auf weiterführende Zinssenkungen verzichten und die neuen politischen Rahmenbedingungen sorgfältig beobachten wird.