Die Ära des Fernsehens als eine Einbahnstraße nähert sich für das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) ihrem Ende. Intendant Norbert Himmler hat den Ausbau der Interaktion mit der Zuschauerschaft zu einem zentralen Ziel erklärt. In einem kürzlich gegebenen Interview hebt er die Bedeutung des aktuellen Wandels im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hervor, der vor allem durch den seit Dezember gültigen Reformstaatsvertrag angetrieben wird. Dieser Vertrag gibt dem ZDF neuen Schwung, um den wechselseitigen Austausch zu fördern und dadurch das Erlebnis Fernsehen besonders interaktiv zu gestalten.
Himmler sieht eine der größten Herausforderungen darin, das Publikum zu motivieren, wieder verstärkt in konstruktive Diskussionen einzutreten. Hierbei plant das ZDF, spezifische Beteiligungsformate zu entwickeln, um die Zuschauer aktiver einzubinden. Die Dialogplattform ZDFmitreden ist ein gelungenes Beispiel für diesen Ansatz und zählt bereits über 70.000 engagierte Teilnehmer, die regelmäßig in den kreativen Austausch einbezogen werden. Laut Himmler führt dieser Dialog sogar bis zur Entwicklung neuer Sendungsformate, was sich insbesondere bei der Konzeption neuer Serien als wertvoll erweist.
Auch die gegenwärtigen Informationsformate des ZDF sollen verstärkt den Dialog mit dem Publikum suchen. ZDFheute live ist ein prägnantes Beispiel dafür, wie aktuelle Themen nicht nur berichtet, sondern auch aktiv mit den Nutzern diskutiert werden. Diese Resonanz und Nähe zum Publikum ermöglichen einen direkteren und unmittelbareren Kontakt, was den Intendanten zufolge den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu einem dynamischen Akteur in der vielfältigen medialen Welt macht. Dabei fungiert das ZDF nicht nur als Sender, sondern als aktiver Mitgestalter der medialen Landschaft, indem es den Bedürfnissen und Meinungen seiner Zuschauer Raum gibt und diese in seine Planungen integriert.