06. Mai, 2026

Wirtschaft

Yellen warnt vor Handelskonflikten und mahnt zur Fiskaldiziplin

Yellen warnt vor Handelskonflikten und mahnt zur Fiskaldiziplin

Janet Yellen, die US-Finanzministerin, hat eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen gewarnt, die weitreichende Zölle der künftigen Trump-Regierung mit sich bringen könnten. Der designierte Präsident Donald Trump plant erhebliche Zölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China, was Yellen als potenziellen Auslöser für eine steigende Inflation kritisiert. Sie argumentiert, dass während gezielte Handelsmaßnahmen gegen "unfaire Handelspraktiken" ihren Platz haben könnten, umfassende Zölle die Wettbewerbsfähigkeit bestimmter US-Wirtschaftssektoren beeinträchtigen und die Haushalte mit höheren Kosten belasten könnten. Diese Preissteigerungen könnten so gravierend werden, dass sie den hart erarbeiteten Fortschritt zur Senkung der Inflation gefährden, nachdem diese 2022 ein Vier-Jahrzehnt-Hoch erreicht hatte. Zusätzlich äußerte Trump Interesse, mehr Einfluss auf die Geldpolitik zu nehmen, was Jahrzehnte der Unabhängigkeit der Federal Reserve infrage stellen würde. Yellen, die selbst einst die Zentralbank leitete, warnte davor, dass Interventionen in deren Unabhängigkeit sowohl das Vertrauen der Finanzmärkte als auch der US-Bürger in diese bedeutende Institution untergraben könnten. Trump beharrt weiterhin darauf, Zölle als Verhandlungsmittel zu nutzen, hat jedoch kürzlich seine Position zur Federal Reserve etwas abgeschwächt. In einem Interview erklärte er, dass er nicht beabsichtige, den Vorsitzenden Jay Powell vor Ablauf seiner Amtszeit im Mai 2026 abzusetzen, obwohl die Drohung allein schon zu Besorgnis über die Zukunft der Fed führte. Powell betonte indes die gesetzliche Absicherung seiner Institution. Yellen äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der "fiskalischen Nachhaltigkeit" der USA, angesichts der signifikanten Erhöhung der Staatsverschuldung. Sie bedauerte die mangelhaften Fortschritte bei der Defizitreduktion, insbesondere in einer Phase steigender Zinssätze. Analog dazu gab der Anleiheriese Pimco bekannt, dass er zurückhaltender beim Erwerb langfristiger US-Staatsanleihen geworden sei, angesichts der "Nachhaltigkeitsfragen" und der Aussicht auf Inflation unter Trumps Präsidentschaft.