Für XRP-Investoren könnte das Jahr 2026 zu einem finanziellen Desaster werden. Während viele Anleger noch auf eine Fortsetzung der historischen Rallye hoffen, zeichnen führende Marktbeobachter ein düsteres Bild. Sean Williams, Finanzanalyst bei The Motley Fool, prognostiziert in einer aktuellen Analyse einen brutalen Rückgang des Token-Preises auf die Marke von 1 US-Dollar.
Die Volatilität des Assets ist bereits spürbar: Nach einem Allzeithoch von 3,65 US-Dollar im Juli 2025 korrigierte XRP bis zum Jahresende drastisch auf 1,84 US-Dollar. Trotz einer kurzfristigen Erholung im Januar 2026 auf ca. 2,30 US-Dollar deuten die fundamentalen Indikatoren auf eine signifikante Überbewertung hin.
Das Wegfallen entscheidender makroökonomischer Katalysatoren verhindert eine erneute Aufwärtsdynamik
Der massive Kursanstieg der letzten 14 Monate basierte auf einer singulären Konstellation positiver Ereignisse, die laut Williams nicht reproduzierbar ist. Zu den primären Treibern gehörten die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im November 2024, die Beilegung des Rechtsstreits zwischen Ripple und der US-Börsenaufsicht SEC sowie die Zulassung von XRP-Spot-ETFs.
Diese 'perfekte Welle' ist nun gebrochen. Seit dem Start der Spot-ETFs im November 2025 flossen zwar netto über eine Milliarde US-Dollar in die Produkte, doch neue externe Impulse fehlen gänzlich. Ohne frische Katalysatoren, so die Analyse, fehlt dem Asset die nötige Substanz, um gegen den breiteren Markttrend zu wachsen.
Erste Nettoabflüsse bei Spot-ETFs signalisieren das Ende der institutionellen Euphorie
Ein besonders alarmierendes Signal für institutionelle Anleger liefert die Datenlage von SoSoValue. Nachdem die US-amerikanischen XRP-Spot-ETFs eine Serie von 36 Handelstagen ohne Abflüsse verzeichneten, drehte sich der Wind abrupt am 7. Januar 2026.
Erstmals seit der Auflegung wurde ein Nettoabfluss von 40,8 Millionen US-Dollar registriert. Obwohl die kumulierten Zuflüsse weiterhin bei rund 1,2 Milliarden US-Dollar liegen, deutet dieser Trendwechsel darauf hin, dass das institutionelle Interesse seinen Zenit überschritten hat und Gewinnmitnahmen den Markt belasten werden.

Die fundamentale Adaptionsschwäche gegenüber SWIFT entzieht dem Token die Existenzberechtigung
Jenseits der Spekulation offenbart sich eine gravierende Schwäche im Geschäftsmodell. Lediglich rund 300 Finanzinstitute weltweit nutzen aktuell den XRP Ledger. Im direkten Vergleich dazu dominiert das traditionelle SWIFT-Netzwerk mit über 11.000 angeschlossenen Instituten weiterhin unangefochten den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr.
Kritisch ist zudem die technische Architektur des Ripple-Netzwerks: Für die Nutzung der Zahlungsinfrastruktur ist der Einsatz von XRP als Brückenwährung nicht zwingend erforderlich. Williams argumentiert folgerichtig, dass XRP dadurch keinen eigenständigen intrinsischen Wert besitzt, was das Abwärtsrisiko im Jahr 2026 massiv erhöht.
Historische Saisonalität und technische Chartmuster bestätigen das Abwärtsrisiko für das erste Quartal
Auch die technische Analyse stützt das bärische Szenario. Ray Youssef von BeInCrypto erwartet eine zähe Seitwärtsbewegung zwischen 2,00 und 2,50 US-Dollar, sofern kein unvorhergesehener Makro-Impuls eintritt. Eine Konsolidierung ist das optimistischste Szenario.
Statistisch betrachtet steht XRP ein schwerer Jahresauftakt bevor. Historische Daten der letzten zwölf Jahre zeigen für den Januar eine mediane Rendite von minus 7,8 Prozent. Sollte der von Williams prognostizierte Krypto-Winter eintreten, ist ein Durchbrechen der Unterstützungslinien bis hin zur 1-Dollar-Marke ein realistisches Szenario.


