In der deutschen Wirtschaft mehren sich die Stimmen derjenigen, die ein entschlosseneres Handeln der Bundesregierung einfordern. Nach der deutlichen Kritik des Industriepräsidenten Russwurm an Bundeskanzler Scholz heben nun weitere Wirtschaftsvertreter warnend ihre Stimmen. DIHK-Präsident Peter Adrian bezeichnet die Stimmung der Unternehmen gegenüber der Politik als bedenklich niedrig; Vertrauensverlust sei spürbar. Adrian merkt an, dass die konjunkturelle Weltlage zwar herausfordernd ist, aber ein Hauptproblem sei die binnenwirtschaftliche Trägheit, beeinflusst durch EU-Regularien.
In der gegenwärtigen Situation würden klare Signale und Maßnahmen der Politik benötigt. Es gilt, die Wirtschaft zu revitalisieren, sowohl durch Anerkennung des Status quos als auch durch Handlungsimpulse des Kanzlers und seines Kabinetts. Der Glostermann betont, dass der Standort Deutschland an Attraktivität verliert, was gravierende negative Folgen hat. Dies zeige sich etwa in der zurückgehenden Investitionsbereitschaft international agierender Familienbetriebe.
Die Verbandspräsidentin der Familienunternehmer Ostermann unterstreicht die Dringlichkeit der Lage mit einem Hinweis auf bedeutsame Entscheidungen, die zunehmend zuungunsten des deutschen und europäischen Standorts gefällt würden. Ergänzend zu den Punkten Adrian's verweist sie darauf, dass dies zu einem Wachstumshemmnis würde, das auch die politische Gestaltungsspielräume einschränken würde. Notwendige Investitionen in verschiedene gesellschaftliche Bereiche könnten dadurch behindert werden.
Die Kritik richtet sich somit nicht nur an Bundeswirtschaftsminister Habeck, sondern fordert das gesamte Kabinett, insbesondere Kanzler Scholz zur Handlung auf. Eine "Entlastungsbooster" für die Wirtschaft sei notwendig, um des Landes Zukunft erfolgreich zu gestalten.