07. Februar, 2026

Politik

Wiederholte Angriffe auf Energieinfrastruktur in der Ukraine

Das Militär der Russischen Föderation hat erneut das Energiesystem der Ukraine ins Visier genommen und dabei umfassend angegriffen. Laut einer Aussage des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die über soziale Medien verbreitet wurde, zielten die Attacken primär auf das Stromnetz, Kraftwerke und Umspannwerke. In einem Ausmaß, das beunruhigend erscheint, setzte Russland mehr als 400 Drohnen, rund 40 Raketen sowie Marschflugkörper ein. Besonders betroffen waren dabei die Regionen Wolhynien, Iwano-Frankiwsk, Lwiw und Riwne im Westen der Ukraine.

Präsident Selenskyj hob hervor, dass Russland die Möglichkeit habe, täglich den Weg diplomatischer Lösungen einzuschlagen, sich jedoch stattdessen für eine aggressive militärische Vorgehensweise entscheide. In seiner Botschaft forderte er die internationalen Unterstützer des gegenwärtigen Verhandlungsprozesses, der unter der Schirmherrschaft der USA läuft, zu einer entschlossenen Reaktion auf. Insbesondere müsse Moskau davon abgehalten werden, die Ukraine durch die drohende Kälte des herannahenden Winters zusätzlich unter Druck zu setzen. Dringend erforderlich, so Selenskyj, seien daher Raketen zur Stärkung der ukrainischen Flugabwehrsysteme.

Die zerstörerischen Angriffe führten nach Angaben des staatlichen Energieversorgers Ukrenergo in den meisten Regionen der Ukraine zu Notabschaltungen. Die Konsequenzen reichten dabei auch über die Landesgrenzen hinaus; in Polen spitzte sich die Sicherheitslage zu. Das Operative Kommando der polnischen Armee berichtete von nächtlichen Einsätzen von Kampfflugzeugen, die zur Reaktion auf potenzielle Bedrohungen aufstiegen. Zudem wurden Bodenstationen zur Luftverteidigung sowie Radarsysteme in höchste Alarmbereitschaft versetzt, was den temporären Stillstand des Flugbetriebs an den Flughäfen in Rzeszow und Lublin zur Folge hatte.

Diese Vorfälle sind Ausdruck der verschärften Bemühungen Russlands, die fragile Infrastruktur der Ukraine weiter zu destabilisieren. Der langanhaltende Konflikt hat das Energiesystem des Landes bereits stark belastet. Die kontinuierlichen Ausfälle von Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung treffen die Zivilbevölkerung besonders hart, da die Temperaturen in der jüngeren Vergangenheit auf teils zweistellige Minusgrade gefallen sind. Die daraus resultierende humanitäre Notlage erfordert dringende internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung.