Jensen Huang reist nach Tokio um sich persönlich zu bedanken
Im Juli 2026 reiste Nvidia-Chef Jensen Huang nach Tokio, um sich persönlich beim früheren Sega-Präsidenten Shoichiro Irimajiri zu bedanken. Denn ohne dessen Entscheidung Mitte der 1990er-Jahre, dem damals fast bankrotten Grafikchip-Hersteller mit einer Investition beizustehen, gäbe es den heutigen KI-Platzhirsch in seiner jetzigen Form möglicherweise gar nicht mehr.
1995 stand Nvidia bereits kurz vor dem Aus
1995 ging Nvidia das Geld aus. Ein gescheitertes Projekt hatte das junge Unternehmen an den Rand der Existenz gebracht, weil es bei der 3D-Grafik auf einen unkonventionellen Ansatz mit Vierecken statt der später etablierten dreiecksbasierten Technik gesetzt hatte. Sega sprang mit einer Investition von 5 Millionen Dollar ein und gab Gründer und CEO Jensen Huang damit sechs weitere Monate Zeit, das Unternehmen neu aufzustellen. Sega wandelte das Geld dabei nicht in eine reine Vertragszahlung um, sondern in eine echte Kapitalbeteiligung an Nvidia.

Den Ausschlag für die Entscheidung gab damals Shoichiro Irimajiri, der trotz des gescheiterten Projekts an Huang festhielt. Irimajiri sagte der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press am 12. September 2026, er habe Huangs Charakter geschätzt und alles auf ihn gesetzt. Die zusätzliche Finanzierung ermöglichte Nvidia die Entwicklung des RIVA 128, eines dreiecksbasierten Grafikchips, der 1997 auf den Markt kam und innerhalb von vier Monaten rund eine Million Einheiten verkaufte, der eigentliche Wendepunkt für das Unternehmen.
Vom Beinahe-Aus zur wertvollsten Aktie der Welt
Den Schritt an die Börse wagte Nvidia kurz vor der Jahrtausendwende, 1999. Sega verkaufte seine Beteiligung später wieder, wobei die genannten Summen zwischen rund 15 Millionen und, laut Huangs eigener Darstellung gegenüber Video Games Chronicle, rund 300 Millionen Dollar schwanken, eine offizielle Bestätigung der exakten Summe liegt nicht vor. Huang selbst rechnete öffentlich vor, dass die ursprüngliche Beteiligung, hätte Sega sie gehalten, inzwischen wahrscheinlich rund eine Billion Dollar wert wäre, eine der wohl teuersten verpassten Investitionsentscheidungen der Technologiegeschichte.
Die Größenordnung, um die es inzwischen geht, zeigte sich diesen Sommer eindrücklich. Ende Juli 2026 kehrte Nvidia an die Spitze der wertvollsten Unternehmen der Welt zurück und verdrängte damit Apple erneut von der Börsenkrone. Bereits im Oktober 2025 war Nvidia zum ersten Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von fünf Billionen Dollar geworden.

Aus der Rettungsaktion wurde eine bis heute lebendige Partnerschaft
Beim Treffen in Tokio im Juli 2026 ging es jedoch nicht nur um Erinnerungen. Nvidia und Sega kündigten an, dass Virtua Fighter Crossroads und künftige Sega-Titel die neue RTX-Spark-Chipreihe für schlanke Windows-Notebooks und kompakte Desktop-PCs unterstützen werden. Der Kreis schließt sich damit für ein Unternehmen, das in den 1990er-Jahren als Startup begann, das Sega mit 3D-Grafikchips belieferte.
Was Anleger aus der Geschichte für Nvidias weiteres Wachstum lernen können
Was für Nvidia-Anleger langfristig daraus folgt, zeigt Huangs eigene Rechnung. Aus einer überschaubaren Millioneninvestition hätte binnen drei Jahrzehnten ein Vielfaches im Billionenbereich werden können. Die Sega-Episode erinnert damit daran, dass auch ein inzwischen fünf Billionen Dollar schweres Unternehmen über genau solche Partnerschaften weiterwächst, die neue Absatzkanäle für die eigene Chip-Technologie erschließen, wie aktuell im Gaming-Segment mit RTX Spark. Wer Nvidia nicht nur als Zulieferer für Rechenzentren und KI-Konzerne betrachtet, sondern auch die Anbindung an Konsumentenmärkte im Blick behält, bekommt ein vollständigeres Bild vom nächsten Wachstumstreiber des Unternehmens.


