Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) hat in einem bedeutsamen Verfahren zugunsten von WhatsApp entschieden, was den rechtlichen Umgang mit einer potenziellen Datenschutzverletzung angeht. Der kalifornische Messenger-Dienst errang einen Teilerfolg im Streit um eine Geldstrafe in Höhe von 225 Millionen Euro, die im Jahr 2021 aufgrund vermeintlicher Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verhängt wurde. Ziel war es, gemäß dem Europäischen Datenschutzausschuss (EDSA), die Missstände in der Transparenz der Datenverarbeitung durch das Unternehmen zu adressieren.
Im Zentrum der Auseinandersetzung befindet sich ein EDSA-Beschluss, der der irischen Datenschutzkommission (DPC) als Grundlage für die Rekordgeldbuße diente. Die DPC, in Irland zuständig für den europäischen Hauptsitz von WhatsApp, war bei ihrer Entscheidung streng an diesen Beschluss gebunden und konnte sich nicht eigenständig über dessen Vorgaben hinwegsetzen. Daraus resultierte eine Bußgeldanhäufung, die weitreichende Implikationen für WhatsApp nach sich zog.
Nachdem WhatsApp seine Nutzungsbedingungen um detaillierte Informationen ergänzt hatte, strebte das Unternehmen auch eine rechtliche Anfechtung der Entscheidungen an. Zunächst entschied ein niederinstanzliches Gericht, dass sich WhatsApp gegen den von der DPC in Irland gefällten endgültigen Beschluss nur auf nationalem Boden wehren könne. Diese Vorgehensweise wurde nun vom EuGH außer Kraft gesetzt, indem das Gericht dem Messenger-Dienst erstmals auch ermöglichte, direkt gegen den EDSA-Beschluss vorzugehen.
In seiner Urteilsbegründung führte der EuGH aus, dass WhatsApp durch den EDSA-Beschluss unmittelbar betroffen sei und dass die irische DPC nicht in der Lage gewesen sei, diesen Einfluss eigenmächtig zu revidieren. Diese Neubewertung der rechtlichen Lage verschafft WhatsApp die Gelegenheit, sich umfassender gegen die erzielten Beschlüsse zu wehren. Bis zur Klärung der Angelegenheit durch die EU-Gerichte bleibt jedoch unklar, ob die finanzielle Strafe letztendlich zu zahlen sein wird.
Die irische Datenschutzkommission erklärte, dass alle nationalen Verfahren vorübergehend ausgesetzt werden, bis die Gerichtsverhandlungen auf europäischer Ebene vollständig abgewickelt sind. Diese Entscheidungen markieren einen entscheidenden Schritt in der Koordination zwischen verschiedenen europäischen und nationalen Datenschutzbestimmungen und der Durchsetzung der DSGVO.