29. November, 2025

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Weshalb das 60/40-Depot gerade jetzt seine Stärken ausspielt

Hohe KI-Bewertungen, lange Bullenmärkte und schlechtes Timing verleiten dazu, Aktien zu überladen. Genau in dieser Gemengelage zeigt das klassische 60/40-Portfolio, warum es weit mehr ist als ein Relikt der Vergangenheit.

Weshalb das 60/40-Depot gerade jetzt seine Stärken ausspielt
Hohe KI-Bewertungen und ein langer Bullenmarkt erhöhen das Risiko von Rückschlägen. Ein 60/40-Portfolio stabilisiert Erträge, ohne die Chancen komplett zu kappen.

Anleger unterschätzen, wie lange Überbewertungen anhalten können

Anleger, die die Dotcom-Blase miterlebt haben, erkennen vieles wieder: extrem hohe Bewertungen, ein technologischer Umbruch, eine Handvoll Konzerne, die scheinbar unantastbar sind. Das zyklisch bereinigte KGV des S&P 500 lag im Jahr 2000 bei rund 44, heute bewegt es sich wieder knapp unter 40 – beides historische Ausreißer nach oben.

Damals brauchte der MSCI World in Euro rund 15 Jahre, um das Vorkrisenhoch wieder zu erreichen. Wer 1999 auf dem Höhepunkt eingestiegen war, musste eine halbe Anlegergeneration lang zusehen, wie das Depot trotz zwischenzeitlicher Erholungen real nicht vom Fleck kam. Solche Phasen werden in Hochstimmung schnell verdrängt – bis sie wiederkehren.

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Die KI-Euphorie unterscheidet sich von 2000, aber nicht beim Bewertungsrisiko

Die heutige Situation ist nicht einfach eine Kopie des Jahres 2000. Die großen KI-Treiber – vor allem US-Tech-Giganten – verdienen viel Geld und können Investitionen in Rechenzentren und Modelle aus dem operativen Cashflow stemmen. Anders als Pets.com verfügen Alphabet, Microsoft, Amazon und Co. über etablierte Geschäftsmodelle, robuste Margen und enorme Preissetzungsmacht.

Daraus folgt jedoch nicht, dass die aktuellen Kurse zwangsläufig gerechtfertigt sind. Um die heutigen Bewertungen der KI-Gewinner plausibel zu machen, müssen mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

  • KI muss dauerhaft hohe Margen ermöglichen und darf nicht zur austauschbaren Infrastrukturware werden.
  • Staaten dürfen steigende Unternehmensgewinne nicht über höhere Steuern abschöpfen, obwohl die Haushalte angespannt sind.
  • Löhne müssen trotz Fachkräftemangel moderat wachsen, damit der Anteil der Unternehmen am Kuchen hoch bleibt.

Die Chance, dass all diese Annahmen langfristig gleichzeitig tragen, ist schwer zu beziffern – sicher ist nur: Sie ist keine Selbstverständlichkeit. Wer heute nahezu vollständig auf hoch bewertete Aktien setzt, spekuliert faktisch auf ein Ideal-Szenario.

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Timing ist verführerisch – und zerstört in der Praxis die Rendite

Die Erfahrung der Dotcom-Zeit lieferte eine bittere Lektion: Selbst wer „zu früh vorsichtig“ wird, zahlt einen hohen Preis. Alan Greenspans Warnung vor „irrational exuberance“ kam 1996 – die vier Jahre danach gehörten zu den ertragreichsten der Börsengeschichte. Wer nur ein halbes Jahr vor dem Hoch des Nasdaq 100 ausgestiegen wäre, hätte die letzten gut 90 Prozent Kursgewinn verpasst.

Das Problem: Der Löwenanteil der Gewinne eines Bullenmarktes wird am Ende erzielt – in der Phase, in der die Bewertungen schon unvernünftig wirken. Wann diese Phase endet, weiß niemand. Solange Anleger intensiv über eine mögliche Blase diskutieren, ist meist erst eine Bedingung erfüllt: Die Bewertungsmodelle sind gestreckt. Die zweite – dass die Käufer sich überhaupt nicht mehr für Bewertungen interessieren – steht häufig noch aus.

Gegen einen laufenden Bullenmarkt zu wetten, heißt daher, sich auf ein Timing zu verlassen, von dem man aus der Historie weiß, dass es nur selten zuverlässig gelingt.

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Das 60/40-Portfolio schützt vor der gefährlichsten Falle: der Reihenfolge der Erträge

Der Hauptgrund für ein ausgewogenes Portfolio ist nicht, dass es langfristig die höchste nominale Rendite bringt. Den Renditepokal gewinnen in den meisten Backtests Aktienportfolios. Entscheidend ist etwas anderes: das Verhältnis von Ertrag zu Risiko – insbesondere für Anleger, die entnehmen müssen.

Ein vereinfachtes Beispiel zeigt den Unterschied. Ein Anleger geht Ende 1999 mit einer Million Euro in den Ruhestand und entnimmt jedes Jahr 4 Prozent des ursprünglichen Vermögens, also 40.000 Euro, inflationsblind.

  • Hätte er ausschließlich in globale Aktien investiert, wäre das Portfolio nach rund 25 Jahren weitgehend aufgebraucht – die Kombination aus hohem Einstiegsniveau und starren Entnahmen frisst das Vermögen auf.
  • Ein 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen hätte im selben Zeitraum trotz Entnahmen noch nahe beim Ausgangswert gelegen, grob um 880.000 Euro.

Der Unterschied liegt nicht in der Durchschnittsrendite, sondern in der Reihenfolge der Erträge. Hohe Anfangsverluste in reinen Aktienportfolios beschädigen dauerhaft die Entnahmebasis. Anleihen – oder andere defensive Bausteine – wirken hier wie ein Stoßdämpfer: Sie reduzieren Ausschläge und machen Entnahmen robuster.

Diversifikation ersetzt nicht Risiko, aber sie sorgt für bessere Bezahlung

Kein professioneller Investor setzt auf ein 60/40-Depot, weil er glaubt, damit langfristig mehr nominale Rendite zu erzielen als mit Aktien-only. Der Punkt ist ein anderer: Für jede Einheit Risiko soll möglichst viel Rendite stehen. Klassische Mischportfolios glätten die großen Drawdowns, ohne im Gegenzug alle Chancen abzuschneiden.

Wer mehr Risiko will, kann ein 60/40-Portfolio hebeln; wer weniger tragen will, kann Cash beimischen. Die Grundarchitektur – Aktien plus Anleihen – sorgt dafür, dass ein Einbruch an einer Front nicht unmittelbar das gesamte Vermögen in Mitleidenschaft zieht. Gerade in Phasen, in denen eine Handvoll Aktienindizes die Weltmärkte dominiert, ist dieser Mechanismus wertvoll.

Wie man jetzt mit dem Bullenmarkt umgeht, ohne ihn zu bekämpfen

Die Ausgangslage ist klar:

  • Wir befinden uns in einem Bullenmarkt.
  • Die Bewertungen sind in wichtigen Segmenten sehr hoch.
  • Die Erzählung einer „KI-Revolution“ ist stark – aber mit vielen Unbekannten.

In dieser Situation ist es unklug, „all in“ auf Timing zu wetten – ebenso unklug ist es, die Risiken zu ignorieren. Eine pragmatische Antwort lautet: Gewinne mitnehmen, ohne sich vollständig vom Markt zu verabschieden, und Schritt für Schritt Sicherheitsreserven aufbauen.

Konkret heißt das:

  • Übergewichtungen in hoch bewerteten Wachstumswerten moderat zurückfahren,
  • den Anteil stabiler Bausteine im Portfolio erhöhen,
  • regelmäßig rebalancieren, statt aus dem Bauch heraus zwischen Risiko und Sicherheit zu springen.

Das 60/40-Portfolio ist kein Dogma, aber es ist ein erprobter Referenzpunkt. In Phasen, in denen die Versuchung groß ist, entweder euphorisch zu überziehen oder panisch zu kapitulieren, bietet es etwas, das an den Märkten selten geworden ist: einen nüchternen Mittelweg.

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