Eine Welle der Gewalt überflutete das Westjordanland, nachdem die Leiche des vermissten israelischen Teenagers Binyamin Achimair am Samstag aufgefunden wurde und heftige Ausschreitungen israelischer Siedler in palästinensischen Dörfern auslöste, die die ohnehin gespannte Lage in den besetzten Gebieten weiter zuspitzten.
Nach Bekanntgabe von Binyamins Tod durch israelische Behörden kam es zu gewaltsamen Übergriffen durch Siedler in einem palästinensischen Dorf nahe Ramallah am Freitag und in mindestens zwei weiteren Dörfern am Samstag. Der 14-jährige Binyamin hatte am Freitagmorgen die landwirtschaftliche Siedlung, aus der er stammte, verlassen, um Schafe zu hüten, und kehrte nicht zurück. Israels Streitkräfte fanden seine Leiche in der Nähe der Siedlung Malachei HaShalom im zentralen Westjordanland.
Am zweiten Tag der Unruhen kam es in den Dörfern Al Mughayir nahe Ramallah und Duma zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Israelische Siedler, einige davon bewaffnet, drangen in die Dörfer ein. Es gab Berichte, dass Schüsse abgegeben wurden.
Das israelische Militär berichtete von Dutzenden Verletzten auf palästinensischer und israelischer Seite bei Konflikten an verschiedenen Orten im Westjordanland am Samstag. In der Mitteilung wurden die Vorfälle als 'Auseinandersetzungen zwischen israelischen Zivilisten und Palästinensern' beschrieben, bei denen 'Steine geworfen und Schüsse abgefeuert wurden.' Die Erklärung präzisierte weiter, dass Militär und Polizei zusammenarbeiteten, um die Menge auseinanderzutreiben.
In Duma, so ein Dorfbewohner namens Naser Dawabsheh, 'überzogen die Angreifer das ganze Dorf', einige von ihnen bewaffnet. Sie zündeten mehrere Gebäude und Autos an, wodurch dichter Rauch über das Dorf aufstieg. Anstatt die israelischen Randalierer zu zerstreuen, schützte das israelische Militär sie nach Dawabshehs Aussage.