16. April, 2026

Wirtschaft

Wasserverband setzt Tesla-Abwasserentsorgung trotz Grenzwertüberschreitung fort

Wasserverband setzt Tesla-Abwasserentsorgung trotz Grenzwertüberschreitung fort

In einer bemerkenswert diplomatischen Wendung hat der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) entschieden, die Abwasserentsorgung für das Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin fortzusetzen, obgleich der Automobilhersteller Grenzwerte für bestimmte Stoffe überschritten haben soll. Nach intensiven Beratungen wurde die Entscheidung über die Beschlussvorlage von Verbandsvorsteher André Bähler, die Abnahme des Abwassers auszusetzen, zurückgestellt.

Diese Entwicklung folgt auf einen öffentlichen Ausdruck des Unmuts seitens Henryk Pilz, der bis vor kurzem den Posten des Vorsitzenden der Verbandsversammlung innehatte und zusätzlich als Bürgermeister von Erkner fungiert. Pilz hat unter Angabe von Unvereinbarkeiten innerhalb der Verbandsführung sein Amt niedergelegt und seine Weigerung verkündet, den Verband unter den gegenwärtigen Umständen weiterhin nach außen zu vertreten.

Aus einer internen Beschlussvorlage des WSE geht hervor, dass es um Überschreitungen bei der Konzentration von refraktärem Phosphor sowie Gesamtstickstoff im Abwasser von Tesla geht. Diese Parameter überschritten angeblich "ständig und in erheblicher Weise" die zulässigen Werte.

Die Brisanz der Situation wurde durch ein Schreiben Teslas an den WSE-Vorstand unterstrichen. Darin warnte das Unternehmen vor weitreichenden Konsequenzen, sollte der Wasserverband tatsächlich die Abwasserentsorgung einstellen. Nach dieser Aufforderung und der gravierenden Warnung bezüglich eines möglichen Produktionsstopps, der täglichen Schaden in Millionenhöhe verursachen könnte, scheint der Verband einen pragmatischen Ansatz verfolgt zu haben, um den Betrieb der Gigafactory vorerst aufrechtzuerhalten.