20. März, 2026

Banking

Warum die Deutsche Bank trotz historischem Rekordgewinn brutal abstürzt

Milliardengewinne und hohe Dividenden verpuffen am Markt. BaFin-Prüfungen im Private-Credit-Sektor und ein brisanter Chefwechsel treiben Investoren in die Flucht.

Warum die Deutsche Bank trotz historischem Rekordgewinn brutal abstürzt
Trotz Rekordgewinn stürzt die Deutsche Bank Aktie ab. BaFin-Prüfungen im Private-Credit-Sektor verunsichern die Anleger massiv.

Ein Rekordgewinn schützt nicht vor einem massiven Kurseinbruch an der Börse

Die Deutsche Bank präsentiert die stärksten Geschäftszahlen seit fast zwei Jahrzehnten. Mit einem Vorsteuergewinn von 9,7 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 7,1 Milliarden Euro übertrifft das Frankfurter Geldhaus sämtliche internen Prognosen seit der Finanzkrise 2007.

Für die Aktionäre bedeutet diese historische Bestmarke theoretisch einen echten Geldregen. Die Dividende steigt um beachtliche 50 Prozent auf 1,00 Euro je Anteilsschein, flankiert von einem neuen Aktienrückkaufprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro.

Dennoch reagiert der Kapitalmarkt extrem negativ auf diese eigentlich bullischen Signale. Die Aktie notiert aktuell bei rund 25,82 Euro und hat seit Jahresbeginn bereits dramatische 23 Prozent an Wert verloren.

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Die Finanzaufsicht BaFin nimmt tickende Zeitbomben im Private-Credit-Sektor ins Visier

Der Grund für den tiefen Fall des Aktienkurses liegt in der riskanten Bilanzstruktur. Der aktuelle Jahresbericht offenbart ein signifikantes und intransparentes Engagement im boomenden Private-Credit-Markt.

Diese Verbindungen zum sogenannten Schattenbanksektor rufen nun die strengen Regulierungsbehörden auf den Plan. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat das Institut wegen dieser spezifischen Kreditrisiken bereits unter verschärfte Beobachtung gestellt.

„Der Großteil dieser Mittelstandskredite ist konservativ besichert und weist Investment-Grade-Qualität auf“, so das Management der Deutschen Bank.

Trotz dieser Beschwichtigungen der Chefetage bleibt das Vertrauen der Investoren nachhaltig erschüttert. Erschwerend kommt hinzu, dass der bisherige bilanzielle Rückenwind durch historisch hohe Zinsen in der Eurozone spürbar nachlässt.

Ein radikaler Umbruch im Finanzressort soll die schwindenden Margen künftig retten

Mitten in dieser regulatorischen Krise vollzieht die Deutsche Bank einen kritischen Führungswechsel. James von Moltke, der das Finanzressort acht Jahre lang durch eine harte Restrukturierungsphase steuerte, räumt seinen Posten.

Sein Nachfolger Raja Akram steht vor der massiven Herausforderung, die Skepsis der Märkte umgehend zu brechen. Der neue CFO muss zwingend eine deutlich striktere Kapitalmarktdisziplin etablieren, um institutionelle Investoren zurückzugewinnen.

Bis zum Jahr 2028 soll die Eigenkapitalrendite (RoTE) durch diese Maßnahmen auf über 13 Prozent steigen. Für das Geschäftsjahr 2026 peilt der Vorstand Nettoerträge von rund 33 Milliarden Euro an, was primär durch aggressives Volumenwachstum erreicht werden muss.