20. Januar, 2026

Wirtschaft

Warum Amerikas mächtigste CEOs vor Trump im Staub kriechen

Analyse: Während das Weiße Haus den freien Markt demontiert, übt sich die US-Wirtschaftselite in peinlicher Zurückhaltung und blanker Angst.

Warum Amerikas mächtigste CEOs vor Trump im Staub kriechen
Amerikas CEOs üben sich in Schweigen. Eine Analyse zeigt, warum die Wirtschaftselite vor Trumps Eingriffen kapituliert.

Die Stille in Amerikas Vorstandsetagen ist ohrenbetäubend und entlarvend zugleich. Während US-Präsident Donald Trump in seiner Amtszeit tiefgreifende Eingriffe in die Unternehmensstrukturen vornimmt, reagiert die Wirtschaftselite mit einer beschämenden Mischung aus Panik und Unterwerfung.

Das einst so stolze Rückgrat des amerikanischen Kapitalismus scheint gebrochen. Wo früher offener Widerstand gegen politische Übergriffe formiert wurde, herrscht heute das Prinzip Hoffnung und leises Taktieren.

Die Lobbyverbände verstecken ihre Kritik hinter inhaltsleeren Worthülsen

Ein bezeichnendes Schauspiel bot sich am Donnerstag, als Suzanne Clark, CEO der U.S. Chamber of Commerce, vor ihre Mitglieder trat. Sie forderte die Anwesenden auf, „furchtlos“ für den freien Markt einzutreten. Doch die Ironie dieser Aussage könnte größer kaum sein.

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Clark selbst wagte es in ihrer Rede nicht, den Namen Donald Trump auch nur in den Mund zu nehmen. Dabei ist er es, der den Staat anweist, Anteile an Technologieunternehmen zu übernehmen, Kapitalstrukturen zu kontrollieren und Zölle zu verhängen.

Richard Painter, ehemals Ethikanwalt unter George W. Bush, urteilt hart über dieses Verhalten. Die Reaktion der Wirtschaftsführer sei „hasenfüßig“. Die Diskrepanz zwischen der realen Bedrohung durch staatliche Zwangsmassnahmen und der weichgespülten Rhetorik der Lobbyisten offenbart ein Machtvakuum, das Trump gnadenlos füllt.

Jeder Widerstand wird vom Weißen Haus mit direkter Vergeltung bestraft

Die Angst der CEOs ist nicht unbegründet, sondern das Resultat einer brutalen Konditionierung. Wer den Kopf hebt, riskiert, ihn politisch abgeschlagen zu bekommen. Das musste Darren Woods von Exxon Mobil erfahren.

Woods wagte den rationalen Hinweis, dass Venezuela derzeit „nicht investierbar“ sei, und untergrub damit das Narrativ des Weißen Hauses. Trumps Reaktion folgte prompt und persönlich: Er drohte, Exxon von künftigen Geschäften in dem Land auszuschließen. Die Botschaft ist klar: Loyalität wiegt schwerer als wirtschaftliche Realität.

Auch Jamie Dimon von JPMorgan bekam den Zorn zu spüren, als er die Unabhängigkeit der Federal Reserve verteidigte. Trumps lakonischer Kommentar, es sei ihm egal, was Dimon sage, gepaart mit strafrechtlichen Ermittlungen gegen Notenbankchef Powell, zeigt das neue Spielbrett. Faktenbasierte Kritik wird als persönlicher Affront gewertet und sanktioniert.

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Der amerikanische Kapitalismus stirbt einen leisen Tod durch staatliche Willkür

Wir erleben derzeit eine fundamentale Verschiebung weg vom freien Markt hin zu einer Form des Staatskapitalismus mit autokratischen Zügen. Mark Levine, New York City Comptroller, bringt es auf den Punkt: Kapitalismus funktioniert nicht, wenn ein Präsident das Verhalten jedes Unternehmens diktiert.

Analysten wie Gary Clyde Hufbauer warnen davor, dass CEOs die Situation massiv unterschätzen. Viele halten die Maßnahmen für eine vorübergehende Laune. Doch diese Passivität ist gefährlich.

Wenn sich Staatsinterventionismus erst einmal als politisches Werkzeug etabliert hat, wird er auch nach Trump bestehen bleiben. Sowohl progressive Demokraten als auch MAGA-Republikaner finden Gefallen an diesem „Staatskapitalismus“. Die Investoren schlafen am Steuer, während das System umgebaut wird.

Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten strafen die politische Rhetorik Lügen

Während Trump in Detroit von „explodierendem Wachstum“ und „besiegter Inflation“ fantasiert, spricht die Stimmung im Land eine andere Sprache. Seine Zustimmungsrate in Wirtschaftsfragen dümpelt bei schwachen 36 Prozent.

Albert Bourla von Pfizer zeigte sich jüngst frustriert über wissenschaftsfeindliche Vorstöße der Regierung im Gesundheitswesen. Doch solche Stimmen bleiben isolierte Ausnahmen.

Solange die Wirtschaftselite Lobbying nur noch als Schadensbegrenzung und Duckmäusertum versteht, wird die Unsicherheit – laut Conference Board das größte Risiko für 2026 – das dominierende Marktumfeld bleiben.

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