23. Februar, 2026

Wirtschaft

Warnung vor der K-Form-Falle: Warum der US-Boom für Millionen zur bitteren Illusion wird

Trotz solider Wachstumszahlen zeigt die US-Wirtschaft gefährliche Risse. KI-Milliarden überdecken Reallohn-Stagnation und eine dramatische Spaltung der Gesellschaft.

Warnung vor der K-Form-Falle: Warum der US-Boom für Millionen zur bitteren Illusion wird
BIP-Analyse Q4: Während Reiche profitieren, kämpft die US-Mittelschicht. Experten warnen vor einer K-förmigen Wirtschaft.

Das statistische Wachstum verschleiert die brutale Realität der Haushalte

Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im vierten Quartal 2025 voraussichtlich um annualisierte 3,0 Prozent gestiegen. Was auf den ersten Blick solide wirkt, markiert eine deutliche Verlangsamung gegenüber den 4,4 Prozent des dritten Quartals. Analysten warnen davor, diese Zahlen für bare Münze zu nehmen.

Der rekordverdächtige 43-tägige Government Shutdown hat laut dem Congressional Budget Office (CBO) rund 1,5 Prozentpunkte Wachstum gekostet. Dienstleistungen fielen aus, Ausgaben wurden gekürzt und SNAP-Leistungen vorübergehend reduziert. Doch das strukturelle Problem liegt tiefer.

Eine K-förmige Ökonomie zerreißt die Kaufkraft der Mittelschicht

Die US-Wirtschaft entwickelt sich zunehmend „K-förmig“. Während einkommensstarke Haushalte von steigenden Aktienmärkten profitieren, kämpfen untere Einkommensschichten mit Importzöllen und stagnierenden Reallöhnen. Der Konsum, traditionell der Motor der US-Konjunktur, wird fast ausschließlich von der Oberschicht getrieben.

Erschreckend ist die Bilanz des Arbeitsmarktes: Im Jahr 2025 wurden lediglich 181.000 neue Jobs geschaffen. Das ist der schlechteste Wert außerhalb der Pandemie seit der Rezession 2009 und ein massiver Einbruch gegenüber den 1,459 Millionen Stellen in 2024. Die Kaufkraft erodiert zusehends.

„Reicher zu werden ist eine Sache, aber die meisten Haushalte sind auf ihr Einkommen angewiesen, um Rechnungen zu bezahlen, und das reale verfügbare Einkommen stagnierte im Quartal fast völlig“, so Sal Guatieri, Senior Economist bei BMO Capital Markets.

Künstliche Intelligenz dient als einziger wirklicher Wachstumsmotor

Ohne den Hype um Künstliche Intelligenz (KI) sähe die Bilanz verheerend aus. Investitionen in Rechenzentren, Halbleiter und Software waren in den ersten drei Quartalen 2025 für ein Drittel des gesamten BIP-Wachstums verantwortlich. Dieser Boom kaschiert die Schwächen im Wohnungsbau und bei den Lagerbeständen.

Der Anstieg der Importe im Dezember wurde maßgeblich durch Investitionsgüter getrieben – spezifisch Computerzubehör und Telekommunikationsausrüstung für die KI-Infrastruktur. Dieser Sektor puffert derzeit die negativen Effekte von Zöllen und reduzierter Einwanderung ab.

Die Inflation bleibt hartnäckig und setzt die Notenbank unter Druck

Trotz der Abkühlung bleibt die Inflation ein Risikofaktor. Der Kern-PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve, verharrt bei einer Jahresrate von 2,9 Prozent – deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der Notenbank.

Die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen könnte verfrüht sein, solange die Teuerungsrate keine klare Abwärtsbewegung zeigt. Die Fed wird konkrete Zahlen sehen wollen, bevor sie von ihrer restriktiven Haltung abrückt.

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