02. Februar, 2026

Politik

Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr beeinträchtigt 15 Bundesländer.

Ein überregionaler Warnstreik der Gewerkschaft Verdi hat zu erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr in weiten Teilen Deutschlands geführt. In 15 von 16 Bundesländern sind Busse, Straßenbahn- sowie U-Bahn-Dienste zahlreicher städtischer Verkehrsbetriebe vollständig eingestellt. Lediglich in Niedersachsen verkehren die öffentlichen Verkehrsmittel ungehindert, da dort derzeit noch die Friedenspflicht gilt. Der Streik hat planmäßig um 3 Uhr morgens begonnen und verfolgt das Ziel, in den gegenwärtig angespannten Tarifverhandlungen zusätzlichen Druck aufzubauen.

Serat Canyurt, der Verhandlungsführer von Verdi, betont, dass die Gewerkschaft bestrebt ist, signifikante Fortschritte bei den Verhandlungen zu erzielen. Trotz der widrigen Witterungsbedingungen zeigt sich die Gewerkschaft entschlossen, ihre Maßnahmen bei Bedarf zu intensivieren. Für zahlreiche Pendler und Schüler gestaltet sich die Situation äußerst schwierig, da erhebliche Erschwernisse beim Erreichen ihrer Ziele entstehen.

Die Deutsche Bahn hingegen bleibt von den Streikmaßnahmen unberührt, da das Unternehmen nicht unter den Tarifvertrag von Verdi fällt. Somit verkehren Regional- sowie S-Bahn-Dienste in Metropolen wie Berlin, Hamburg und München ohne Einschränkungen.

Im Mittelpunkt der tariflichen Auseinandersetzungen stehen Forderungen nach einer Optimierung der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Dazu gehören kürzere Wochenarbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie eine Erhöhung der Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Andreas Schackert von Verdi hebt hervor, dass es dringend notwendig sei, die Attraktivität der Berufe im Fahrdienst zu steigern, um einer sich abzeichnenden Personalnotlage wirksam entgegenzuwirken.

Für viele Betroffene ist das sogenannte „Wegerisiko“ von entscheidender Bedeutung. Arbeitgeber verlangen, dass Arbeitnehmer eigenverantwortlich dafür Sorge tragen, rechtzeitig am Arbeitsplatz zu erscheinen, auch wenn der öffentliche Nahverkehr bestreikt wird. Zudem bleibt die Schulpflicht für Schüler auch bei einem vollständigen Stillstand des Nahverkehrs bestehen, wie Anwalt Wilhelm Achelpöhler hervorhebt.