Sycamore Partners, ein in New York ansässiges Private-Equity-Unternehmen, erwägt den Kauf der angeschlagenen Apothekenkette Walgreens Boots Alliance. Insider berichten von fortlaufenden Gesprächen über den möglichen Rückzug von Walgreens von der Börse. Allerdings könnten die Verhandlungen ohne ein endgültiges Ergebnis enden, da bisher keine offiziellen Bestätigungen vorliegen.
Die Nachricht über die potenzielle Übernahme führte zu einem sprunghaften Anstieg der Walgreens-Aktie um bis zu 28 Prozent, was den größten Tagesgewinn seit mindestens 1980 darstellt. Dies steht im starken Kontrast zu dem drastischen Wertverlust, den Walgreens seit Jahresbeginn zu verzeichnen hatte – der schlechteste Wert im S&P 500. Weder Walgreens noch Sycamore Partners wollten zu den Spekulationen Stellung nehmen.
Walgreens hatte bereits im Oktober angedeutet, dass man gezwungen sei, in den nächsten drei Jahren rund 1.200 Filialen zu schließen. Dies folgte auf einen Verlust von 3 Milliarden Dollar im vierten Quartal, bedingt durch Belastungen im Zusammenhang mit Opioid-Verpflichtungen und Abschreibungen auf Investitionen in China. Mit der zunehmenden Konkurrenz durch Online-Händler wie Amazon und Discounter wie Dollar General und Costco kämpft Walgreens schon länger mit Herausforderungen im Einzelhandel.
Das Unternehmen gilt seit Jahren als potenzieller Kandidat für einen Rückzug von der Börse. Bereits 2019 zeigte KR & Co. in Partnerschaft mit dem heutigen Vorsitzenden und Hauptaktionär Stefano Pessina Interesse an einem Übernahmeangebot, als der Unternehmenswert noch bei 56 Milliarden Dollar lag. Sycamore Partners hat eine Historie darin, Einzelhändler zu erwerben, die wirtschaftlich herausfordernde Zeiten durchleben, darunter Staples und Belk.