15. April, 2026

Politik

Waffenlieferungen an die Ukraine: Neue Wende in westlicher Unterstützung

Waffenlieferungen an die Ukraine: Neue Wende in westlicher Unterstützung

Im Ringen um weitere Unterstützung für die Ukraine deutet sich eine entscheidende Wende an. Wie Mike Johnson, Vorsitzender des US-Repräsentantenhauses, mitteilte, steht die Abstimmung über ein massives Hilfspaket bevor, das der bedrängten Ukraine zuteilwerden könnte. Im Zentrum des Pakets stehen etwa 61 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung sowie die Bereitstellung von Raketensystemen des Typs ATACMS, deren Lieferung aus Washington die ukrainische Führung schon lange erwartet.

Parallel formulierte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen dringenden Appell an die Europäische Union: Die Bereitstellung weiterer Flugabwehrsysteme sei vor dem Hintergrund russischer Luftangriffe von höchster Dringlichkeit. Nicht zuletzt zeugen 17 Todesopfer in Tschernihiw von der akuten Bedrohungslage. Selenskyj bekräftigte in einer Videoschalte zum EU-Gipfel die Wichtigkeit eines luftgesicherten Raumes über der Ukraine und zog Parallelen zur erfolgreichen Abwehr iranischer Angriffe auf Israel.

In der Nacht auf Donnerstag setzten sich die Auseinandersetzungen fort: Die Ukraine warnte via Telegram vor russischen Drohnenangriffen auf Charkiw, und auch auf russischer Seite wurden Luftabwehrmaßnahmen im Gebiet Belgorod registriert. Neben diesen unmittelbaren Konflikten ist die Defensive der Ukraine auch strategisch angeschlagen. Ihr fehlt essenzielle Artilleriemunition, eigene Kampfflugzeuge und die Mittel zur Abwehr russischer Bomber.

Die ausbleibende Zustimmung des US-Repräsentantenhauses zu einem früher vom Senat befürworteten billionenschweren Hilfspaket zögerte die Unterstützung hinaus. Um republikanischen Widerständen zu begegnen, plant Johnson nun, das Paket in einzelnen Teilen zur Abstimmung zu bringen, einschließlich Darlehenskomponenten für die Ukraine. Ein Treffen zwischen ihm und dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump, das vorab stattfand, könnte maßgeblich sein, denn Trump hat sich zwar kritisch, aber offen für die Hilfe als Darlehen gezeigt.

Selenskyj sieht in der notwendigen Flugabwehr ebenfalls einen Schutz für ukrainische Kernkraftwerke, welche angesichts russischer Taktiken ein potentielles Ziel darstellen könnten. Bei der EU stieß er auf Gehör, da rasch eine Beschleunigung der militärischen Beistandsleistungen angekündigt wurde. EU-Ratspräsident Charles Michel versprach, in kürzester Zeit Entscheidungen zu Gunsten erweiterter Luftverteidigung zu treffen.

Weiterhin werden im Hinblick auf Ukraine weitere Gespräche geführt. Dort werden konkret Luftabwehrmaßnahmen und Artilleriegeschosse besprochen. Auch Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock und Verteidigungsminister Boris Pistorius haben sich bei den Verbündeten für zügige Unterstützung ausgesprochen und zu Audits der Arsenalbestände aufgerufen.

Zuletzt rückt auch die G7-Gruppe zusammen, um in Italien erweiterte Maßnahmen für die Ukraine und potenzielle zusätzliche Sanktionen gegen den Iran zu diskutieren.