Die in Shenzhen ansässige Jinjiang Group gerät ins Visier internationaler Aufmerksamkeit, nachdem Brasiliens Arbeitsbehörden schwerwiegende Vorwürfe erhoben haben: Arbeiter in einer für den Elektrofahrzeughersteller BYD gebauten Fabrik seien Opfer von Menschenhandel und arbeiteten unter "sklavenähnlichen Bedingungen". Jinjiang weist diese Behauptungen kategorisch zurück und hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen des Menschenhandels geäußert. Chinas Außenministerium betonte unterdessen, dass chinesische Unternehmen verpflichtet seien, gesetzeskonform zu agieren und steht hierzu in Kommunikation mit Brasilien.
Gegründet im Jahr 2002, ist Jinjiang vor allem für Dienstleistungen im Bereich des Immobilienbaus qualifiziert. Unternehmenschef Ma Jianbin - ein Absolvent des Sichuan College of Architectural Technology - leitet ein Unternehmen mit 1.500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 3 Milliarden Yuan. Jinjiang arbeitet nicht nur mit BYD zusammen, sondern zählt auch bekannte chinesische Immobilienentwickler wie Vanke, Longfor und Country Garden zu seinen Kunden.
Des Weiteren ist Jinjiang aktiv in der Errichtung von BYD-Fabriken in verschiedenen chinesischen Städten wie Changzhou, Yangzhou und Hefei. Das Unternehmen rekrutiert Arbeitskräfte für den Aufbau weiterer Produktionsstätten in Xian und Zhengzhou. Auch internationale Projekte scheinen auf der Agenda zu stehen, da Stellenangebote in Ländern wie Ungarn, der Türkei sowie für andere Sprachspezialisten ausgeschrieben sind.
Jedoch wird Jinjiangs Arbeitssicherheitsbilanz getrübt durch gerichtliche Entscheidungen, die das Unternehmen zwischen 2018 und 2022 zur Entschädigung von Arbeitern in fünf Unfallstreitigkeiten verpflichteten. Hinzu kommen Geldstrafen in den Jahren 2023 und 2024 wegen Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften.