05. März, 2026

Märkte

Vorsichtige Anleger bremsen Europas Aktienmärkte trotz starker Konjunkturdaten

Vorsichtige Anleger bremsen Europas Aktienmärkte trotz starker Konjunkturdaten

Trotz solider Konjunkturdaten aus dem Euro-Raum bewegten sich die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag vornehmlich im Schneckentempo. Die Anleger hielten sich zurück, da sie mit Spannung auf den am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht warteten. Diese Zurückhaltung spiegelte sich im kaum veränderten Schlussstand des EuroStoxx 50 wider, der mit einer leichten Steigerung von 0,03 Prozent bei 5070,76 Zählern aus dem Handel ging. Der französische Cac 40 verzeichnete mit einem marginalen Rückgang von 0,02 Prozent auf 8151,55 Punkte ein ähnlich geringes Ergebnis. Der britische FTSE 100 hingegen konnte von robusten Rohstoffaktien profitieren und legte um 0,48 Prozent auf 7975,89 Punkte zu.

Die Marktbeobachter richteten ihr Augenmerk insbesondere auf die anstehenden Arbeitsmarktdaten aus den USA, deren Auswirkungen auf die Zinspolitik der Federal Reserve nicht zu unterschätzen seien, wie Marktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets hervorhob. Er betonte zudem, dass die Erwartung einer globalen geldpolitischen Lockerung einen stabilen Boden für die Börsen bietet.

Im europäischen Vergleich zeichneten sich die Rohstoffaktien als Spitzenreiter aus. So konnte Antofagasta in London aufgrund steigender Kupferpreise ein Plus von 4,7 Prozent verbuchen. Eine schrittweise Veränderung der Anlegerstimmung sei laut Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets zu erkennen, basierend auf Signalen eines stabilen Wachstums in China und einer weniger starken Abkühlung der US-Wirtschaft. Druck auf den globalen Kupfermarkt ergibt sich weiterhin aus anhaltenden Produktionsengpässen in Panama und Produktionskürzungen chinesischer Kupferschmelzen wegen sinkender Margen.

Auch Autowerte waren unter Investoren gefragt, angetrieben von optimistischen Absatzzahlen aus China und dem Anstieg des Kupferpreises. Finanzmarktexperte Andreas Lipkow deutete auf steigende Spekulationen hin, die auf eine mögliche Erholung in dem Sektor schließen lassen. Im EuroStoxx verzeichneten die Autobauer BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz mit Kurssteigerungen von bis zu 2,6 Prozent die höchsten Gewinne. In Paris konnte sich Renault sogar um 3,2 Prozent verbessern.

Auf der anderen Seite musste der Brillenhersteller EssilorLuxottica trotz eines frühen Rekordhochs am Ende des Tages den größten Verlust im EuroStoxx 50 hinnehmen, mit einem Minus von 2,3 Prozent. Analyst James Grzinic von Jefferies verwies darauf, dass trotz der Rekorde die Gewinnerwartungen gesunken seien, während die neuen Wachstumshebel des Konzerns bei den Investoren Anklang fanden. Für das erste Quartal prognostizierte Grzinic eine solide Geschäftsentwicklung.