Volkswagen plant umfassende Umstrukturierungen, wobei Einsparungen in Milliardenhöhe im Raum stehen. Vor diesem Hintergrund hat die Belegschaft des Automobilgiganten in Deutschland mit Arbeitsniederlegungen begonnen, die möglicherweise den Auftakt zu einer langanhaltenden Streikwelle darstellen.
Ein zentrales Problem sind die hohen Produktionskosten. Insbesondere im Kernsegment der Marke VW drückt dies deutlich auf die Gewinnmargen. Bereits im Vorfeld der ersten Gesprächsrunde zwischen Managern und Gewerkschaften im September machte die Unternehmensführung in einem Rundschreiben diese Problematik deutlich. Die Kosten in Deutschland, so das Schreiben, seien „eindeutig zu hoch“. VW-Vorstand Oliver Blume erklärte zudem, dass alle Bereiche auf Einsparpotenzial überprüft würden – von der Entwicklung, über die Fertigung bis hin zur Distribution.
Insbesondere die hohen Strompreise, die seit der Energiekrise im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt gestiegen sind, sowie die Personalkosten belasten den Konzern. Laut Arbeitnehmervertretern plant das Management, mindestens drei Werke in Deutschland zu schließen und zehntausende Stellen abzubauen.
Die Gewerkschaften, allen voran IG Metall, lehnen diese Pläne vehement ab und haben zum Wochenbeginn mit sogenannten „Warnstreiks“ begonnen. Diese kürzeren Arbeitsniederlegungen sind ein häufiges Mittel während laufender Verhandlungen. Doch IG Metall droht mit weitreichenderen Streiks, sollten die radikalen Maßnahmen nicht vom Tisch genommen werden. Die Gewerkschaft hat bereits alternative Einsparvorschläge gemacht, die keine Schließungen beinhalten, welche jedoch von der Konzernleitung abgelehnt wurden. Am 9. Dezember sollen die Gespräche weitergehen.
Ein weiterer Schwerpunkt von Volkswagen sind die Herausforderungen auf dem chinesischen Markt, wo der Konzern ein Drittel seiner Umsätze erwirtschaftet. Trotz zahlreicher Joint Ventures und Produktionsstätten hat VW Marktanteile an lokale Konkurrenz, insbesondere im Bereich Elektromobilität, verloren. Die Konkurrenz, darunter auch Unternehmen wie BYD, punktet mit technologisch ausgestatteten Modellen, die den Geschmack der lokalen Kunden treffen.