Volkswagen hat einen entscheidenden Meilenstein in den Tarifverhandlungen erreicht: Die Arbeitnehmervertreter teilten mit, dass eine Einigung erzielt wurde, die sowohl die Schließung von Werken in Deutschland verhindert als auch unfreiwillige Entlassungen bis zum Jahr 2030 ausschließt. Im Rahmen des Abkommens, das nach rund 60-stündigen Verhandlungen zustande kam, sollen mehr als 35.000 Arbeitsplätze auf sozialverträgliche Weise abgebaut werden. Diese Vereinbarung wird offiziell bei gleichzeitig abgehaltenen Pressekonferenzen von Gewerkschafts- und Arbeitnehmervertretern erläutert werden. Thorsten Groeger, Verhandlungsführer der IG Metall, räumte ein, dass die Mitarbeiter auch schmerzhafte Zugeständnisse machen mussten. Zwar bleiben die monatlichen Löhne unberührt, jedoch werden Bonuszahlungen und andere Vergütungen gestrichen. Volkswagen hatte ursprünglich auf eine 10%-ige Lohnkürzung gedrängt, um die Kosten auf das Niveau von Wettbewerbern sowie der Volkswagen-Werke in Osteuropa und Südamerika zu senken. Der Konzern verweist auf sinkende Nachfrage in Europa, steigende Kosten sowie den zunehmenden Wettbewerb durch chinesische Autobauer. Volkswagen hatte Kapazitäten für einen europäischen Automobilmarkt von 16 Millionen Fahrzeugen jährlich geschaffen, steht nun jedoch einer Nachfrage von etwa 14 Millionen gegenüber, was einem Verlust von 500.000 Fahrzeugen jährlich entspricht — die Produktionsleistung von zwei Werken.
Wirtschaft
Volkswagen erzielt Einigung im Tarifkonflikt: Keine Entlassungen bis 2030