In einer Welt, in der diplomatische Feinheiten oft über Krieg und Frieden entscheiden, hat die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock im Zuge einer Hilfskonferenz für den Sudan in Paris für Mäßigung plädiert. Baerbock unterstrich, dass Israel im Falle einer Reaktion auf die beispiellose Offensive des Irans das Völkerrecht respektieren müsse. Ein Gegenangriff müsse in der Logik der Selbstverteidigung bleiben, Vergeltungsaktionen hingegen fänden keine Legitimation im Völkerrecht.
In Paris appellierte Baerbock an die internationale Solidarität mit Israel und zeigte sich erleichtert darüber, dass das iranische Regime mit seinem Angriffsversuch auf breite Ablehnung gestoßen sei und die Region geschlossen hinter Israel stehe. Die Ministerin betonte, dass gerade die Isolation des Irans die geschlossene Reaktion auf dessen riskantes Verhalten unterstreiche.
Baerbock lobte die defensive Haltung Israels, die es, unterstützt durch die Luftabwehr sowie die beherzte Intervention der USA, Großbritanniens und verschiedener arabischer Staaten, ermöglicht habe, den Angriff aus dem Iran abzuwehren. Sie sprach von einem "Defensivsieg", der nun diplomatisch weiter abgesichert werden müsse. Übergeordnetes Ziel sei es, einen weitreichenden Konflikt in der Region zu verhindern.
Die Ministerin erwähnte in diesem Zusammenhang ihre Gespräche mit der israelischen Regierung, verschiedenen arabischen Partnern sowie internationalen Akteuren am Tag zuvor, die sich besonders dem Schutz der israelischen Sicherheit gewidmet hätten. In einer deutlichen Warnung gegenüber ihrem iranischen Amtskollegen Hussein Amirabdollahian betonte sie am Sonntag noch einmal die kritische Haltung Deutschlands zu einer möglichen Eskalation des Konflikts.
Nach dem ungewöhnlich direkten Raketen- und Drohnenangriff des Irans behält sich Israel das Recht auf eine militärische Antwort vor. Durch die staatliche israelische Luftabwehr konnte dieser Angriff weitestival abgewehrt werden, der im Iran als Racheakt für den Tod hochrangiger Offiziere in Syrien präsentiert wurde.